Leserbrief
Nicht alles weichspülen

Zur Berichterstattung über Entlastungsideen der Bundesregierung

Wir haben uns scheinbar so in unserem Wohlstand eingerichtet, dass der Blick für das „Normale“ verloren gegangen ist. Politik wird für alles verantwortlich gemacht, was unangenehm erscheint. Aber die Erwartungshaltung, Politik müsse alles Unangenehme von uns fernhalten und zum Guten wenden, kann nicht funktionieren. Krisen sind Krisen und dürfen doch auch spürbar sein. Wir sollten uns bei der Bewältigung auf die konzentrieren und die stützen und entlasten, die besonders betroffen sind. Maßnahmen mit der Gießkanne kosten viel und helfen meist denen besonders viel, die es am wenigsten brauchen. Soll das gerecht sein? Warum nicht wie bei Corona einen festen Betrag je Haushalt, vielleicht sogar nur bis zu einer zu definierenden Einkommensgrenze?

Politik darf nicht versuchen, alles weichzuspülen, sonst geht der Blick für die Realität noch weiter verloren, die Wahrheit wird dann als Zumutung empfunden und Anspruchshaltung sowie Unzufriedenheit steigen weiter.

Rolf Endermann, Kirchheim