Die Sorgen über die Folgen exzessiver Social‑Media‑Nutzung bei Kindern und Jugendlichen nehmen wir sehr ernst. Die Probleme sind real – doch starre Altersgrenzen bieten keine Lösung. Sie erzeugen Symbolpolitik und eine trügerische Sicherheit. Unser Anspruch als FDP ist ein Jugendmedienschutz, der tatsächlich wirkt.
Kinder und Jugendliche leben längst digital. Die Frage ist daher nicht, ob wir schützen, sondern wie. Pauschale Verbote sind im Alltag kaum kontrollierbar und blenden die Realität aus. Wir setzen stattdessen auf klare, durchsetzbare Regeln und echte Verantwortung der Plattformen.
Unser Ansatz ist erstens: Plattformen verpflichten. Manipulative Designs für Minderjährige müssen abgeschaltet, algorithmische Empfehlungen transparent gemacht und robuste, datensparsame Altersverifikationen eingeführt werden. Verstöße brauchen spürbare Sanktionen. Wer an Kindern verdient, trägt Verantwortung – rechtlich, nicht nur moralisch.
Zweitens: Regeln durchsetzen. Altersgrenzen existieren bereits, werden aber kaum kontrolliert. Wir fordern starke Aufsichtsbehörden und Bußgelder, die Wirkung zeigen.
Drittens: Digitale Mündigkeit stärken. Medienbildung gehört verbindlich in alle Schulen. Kinder müssen verstehen, wie digitale Mechanismen funktionieren – das ist Schutz durch Kompetenz, nicht durch Abschottung.
Viertens: Eltern unterstützen. Beratung, technische Schutzwerkzeuge und alltagsnahe Hilfen sollen Eltern entlasten, statt sie allein zu lassen.
Unser Ziel ist ein moderner Jugendmedienschutz, der schützt, ohne Chancen zu verbauen, und der Verantwortung dort verankert, wo sie hingehört: bei den Plattformen. Die seelische Gesundheit junger Menschen ist zu wichtig für einfache Antworten. Wir brauchen eine Politik, die Strukturen verändert – nicht die Freiheit der Kinder einschränkt.
Nicole Falkenstein, FDP-Landtagskandidatin, Kirchheim
