Beim Pressebericht Rollschuhplatz musste ich mich fragen, ob der Rat die finanzielle Lage der Stadt noch nicht begriffen hat? Verantwortung beim Geld ausgeben scheint immer noch Mangelware in den Köpfen der Entscheider zu sein. Jetzt soll erneut von einem teuer bezahlten Planungsbüro eine noch teurere Baumaßnahme auf den Weg gebracht werden.
Der Rollschuhplatz mit Sandsteinsitzstufen ist seit mindestens 70 Jahren so. Tausende Besucher saßen bei den „Kirchheimer Volksschauspielern“, um den „Jedermann“ und andere Vorstellungen auf der Freilichtbühne zu sehen. Im Winter wurde eine Schlittschuhbahn gespritzt, beim Laternenfest hielt der Nachtwächter dort seine Rede, vom Weindorf ganz zu schweigen..! Sicher ist alles in die Jahre gekommen, aber: Der Rollschuhplatz stellt ein in sich geschlossenes Ensemble dar. Sandstein passt hervorragend zu Stadtmauer und Bastion. Das alles hat Flair!
Warum also jetzt brachial umbauen?
Hat irgendjemand in Verwaltung oder Rat überlegt, ob es nicht besser wäre, zuerst mit einem Hochdruckreiniger alles sauberzumachen? Garantiert sieht das dann aus wie (fast) neu. Danach könnte man kaputte Platten erneuern. Das muss die erste Option sein. Garantiert die Preisgünstigste.
Die Bühne an den „Roten Kasten“ zu machen und mit Beton- oder Dolomitsitzflächen einzurahmen, wäre eine Schande für dieses historische Areal.
Das Schlimme daran ist, dass uns Bürgern wieder Brei ums Maul geschmiert wird. Genannt wird nur der Preisunterschied mit 340.000 Euro. Nach meiner Schätzung dürften die Gesamtkosten weit über einer Million liegen. Dafür gäbe es Wichtigeres! Derzeit gilt aber vorrangig: Verantwortung zeigen, Unnötiges streichen und bei Ausgaben sparen!
Albert Kahle, Kreisrat der FDP, Kirchheim
