Leserbrief
Stadtradeln: früher informieren

Zum Artikel „Das Schlossgymna­sium holt den Sieg“ vom 15. Juli

Wenn Radlerinnen und Radler zweier etwa gleich großer Städte in einem Wettbewerb drei Wochen lang Kilometer sammeln, sollte man davon ausgehen, dass die erradelte Gesamtdistanz in etwa in der gleichen Größenordnung liegt.

Die Auswertung der Ergebnisse zeigt jedoch, dass Kirchheim mit circa 69 Prozent der Zahl der Teilnehmer (Nürtingen: 100 Prozent) nur 61 Prozent der Gesamtkilometer Nürtingens schaffte. Während unsere Nachbarstadt 74 Teams ins Rennen schickte, waren es bei uns mit 39 nur knapp mehr als die Hälfte.

Auch pro Kopf waren die Nürtinger fleißiger, sie kamen auf 225 Kilometer, die Kirchheimer auf 200.

Woran lag das? Ganz offensichtlich war Nürtingen bei der Aktivierung ihrer Teilnehmer sehr erfolgreich. Mir fiel auf, dass man in Kirchheim den Termin für das Stadtradeln immer relativ spät festlegt. Eine von mir angesprochene Radlerin, die regelmäßig mitmacht, wusste bis kurz vor Beginn gar nicht, dass es bald losgeht. Das Bekanntmachen des Termins muss vonseiten der Stadt mit mehr Nachdruck erfolgen. Warum informiert man nicht frühzeitig die Teamcaptains, damit diese mehr Zeit haben, Teilnehmer und Teilnehmerinnen zu rekrutieren?

Ein Lichtblick sind die beiden Kirchheimer Gymnasien. Hier bringt man jedes Jahr viele Hundert Schülerinnen und Schüler in Bewegung, denn das Stadtradeln ist dort fester Bestandteil im Jahreskalender. Allerdings hat im Schulvergleich wiederum Nürtingen die Nase vorn. Dort gingen zehn Schulen an den Start, hier nur vier. Gerade für die Schulen ist es sehr wichtig, früh im Jahr den Termin zu erfahren, damit die Schüleraktivierung gut klappt.

Über eine Teilnahme am Stadtradeln können Kinder und Jugendliche an die für die Gesundheit so wichtige Lifetime-Sportart Radfahren herangeführt werden, deshalb sollte auch in den Familien regelmäßig geradelt werden. Wenn Eltern erkennen, dass jede Stunde Bewegungszeit Kinder und Jugendliche davon abhält, ihre Lebenszeit mit sinnentleerter Internet-Daddelei zu vergeuden, ist schon viel gewonnen.

Hans-Peter Sopke, Kirchheim