Leserbrief
Stau macht erfinderisch

Zum Leserbrief „Schleichverkehr in Wohnstraßen“ vom 14. August

Der Verfasser des Leserbriefs freut sich mit der in der Ortsmitte wohnhaften Owener Einwohnerschaft über die im Teckboten-Artikel gelobte „beste Baustellenregelung“. Über die aktuelle Verkehrssituation in seiner Wohngegend dagegen beklagt er sich und wirft der Stadtverwaltung Untätigkeit gegenüber dem derzeitigen „Schleichverkehr“ vor.

Meiner Ansicht nach zu Unrecht. Irgendwie muss der Autoverkehr von Lenningen her doch durch die Stadt in Richtung Kirchheim und wieder zurückkommen. Sollte jemand auf die Idee kommen, die „Verkehrslawine“ durch vermehrtes Aufstellen des Verkehrszeichens „Anlieger frei“ einzudämmen – auch das geht nicht. In der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) ist zu lesen: „Damit eine Behörde eine Straße für den Durchgangsverkehr sperren und die Beschränkung ,Anlieger frei‘ anordnen darf, müssen strenge rechtliche Voraussetzungen erfüllt sein“.

Im Zusammenhang mit der jetzigen Verkehrssituation in Owen fällt mir die achtstündige Vollsperrung der Brenner-Autobahn im Mai dieses Jahres ein, als Protest gegen den massiven Transitverkehr im Wipptal. Oder auch aus eigener Erfahrung vor vielen Jahren: das schrittweise Vorankommen auf der Strecke Pfronten–Reutte Richtung Fernpass. Beim Vergleich handelt es sich zum einen um einen jahrelangen Dauerzustand, in Owen dagegen um eine absehbar vorübergehende Unannehmlichkeit. Ein Trost.

Gerhard Ostertag , Bissingen