Am 28. Januar hat eine Sitzung im Rathaus stattgefunden. Als letzter Tagesordnungspunkt (TOP), wie die anderen als öffentlich gekennzeichnet, stand die Bruckmühle. Jeder Kirchheimer kennt die Stelle mit dem kleinen Häuschen, der Freifläche und dem ungenutzten Fachwerkhaus dahinter an der Lauterbrücke beim Postplatz. Sie ist seit Jahren unerfreulich anzusehen, jetzt gibt es (wieder?) eine bauliche Planung, das war in der Agenda zu sehen. Kurz vor Beginn der Sitzung habe ich mit mehreren Mitbürgern vor dem Saal gewartet. Dann kam der OB zu einer Gruppe von drei interessierten Männern. Ich konnte das Wort Bruckmühle hören, nach dem Gespräch haben die drei das Rathaus verlassen. Der OB kam dann zu mir und informierte mich, dass er den TOP nicht öffentlich gemacht hat und er in der folgenden Woche verhandelt wird. Er tat das in der ihm eigenen zugewandten, höflichen Art, zunächst freute ich mich über die Aufmerksamkeit und habe das Gebäude wie ein Schaf verlassen.
In der folgenden Stunde beschäftigte mich das Erlebte, wobei ich mich immer mehr über mich ärgerte.
Es kann keinen Zweifel geben am öffentlichen Interesse an der Stadtentwicklung in dem Viertel um den Postplatz, besonders an diesem lange brachliegenden, ungenutzten Ensemble, das echtes Potenzial hat. Was kann es für gute Gründe geben, die Bürgerschaft auszuschließen? Mindestens wir vier haben proaktiv Interesse gezeigt an diesem Vorgang. Immer dann, wenn etwas starkes Interesse hervorruft und man nicht wissen darf, wie und was verhandelt wird, startet die Fantasie: Was läuft hier verdeckt ab? Gibt es eine Einflussnahme, die nicht bekannt sein soll? Soll dort ein Verwaltungshaus gebaut werden wegen des Mangels an Büroflächen?
Besteht Anlass, den OB darauf hinzuweisen, dass das von der Bürgerschaft gewählte politische Personal verpflichtet ist, in deren Sinn zu arbeiten? Schon jetzt mangelt es mir an Vertrauen, weil ich nicht zuhören durfte. Ich bin gespannt, ob man nächste Woche wissen darf, was läuft.
Klaus Tschammerhöll, Kirchheim
