Leserbrief
Unbehagen bei Modellversuch

Zum Artikel „Eine Zone für Fußgänger und Radfahrer?“ vom 14. März

Selten regt sich in mir ein solches Unbehagen wie bei dem angekündigten Modellversuch. Unsere Innenstadt lebt davon, dass man in der Fußgängerzone (Fuzo) unterwegs sein kann, ohne auf Radler oder Scooter achten zu müssen. Das gilt insbesondere für Kinder oder Menschen mit Einschränkungen beim Gehen. Auch ich nutze allzu gern das Fahrrad, und wenn ich in die Innenstadt will, dann kann ich das Fahrrad gut am Rand abstellen oder in der Fuzo schieben. Da braucht es auch kein Schrittgeschwindigkeitfahren, das ist eh relativ und kaum einzuhalten. Es ist gut machbar, die Fuzo zwischen 9 und 19 Uhr zu umfahren. Und: Markttage ausnehmen? Welche und wie lang? Der Wochenmarkt endet am frühen Nachmittag.

Ich bin der Meinung, das wird zu kompliziert und die Ausgaben rechtfertigen den Modellversuch nicht. Liebe Verantwortliche: Man kann und muss es nicht allen recht machen. Lasst es bitte bei den jetzigen Regelungen, die sind aufs erste oder auch zweite Mal lesen verständlich und eindeutig – was drüber hinausgeht, wird kompliziert und führt zu Missverständnissen und vermeidbaren Konflikten. Macht bitte Regeln, die man relativ schnell erfassen und verstehen kann. Denkt bitte auch an Radtouristen, die eine Regelung schnell erfassen sollen.

Es kam mir der Gedanke, ob die Ankündigung des Modellversuchs ein Scherz sei zum 1. April. Aber nein, es ist ja erst Mitte März.

Manfred Wolf, Kirchheim