Mit Erstaunen verfolge ich die Einlassungen und die Rhetorik unserer Regierung zur aktuellen Wirtschaftslage. Statt ernsthafter Lösungsansätze erleben wir ein immer gleiches Muster: Die Verantwortung wird auf wechselnde Sündenböcke abgewälzt.
Vor dem Regierungsantritt waren es die Migranten, die unsere Volkswirtschaft überfordern und uns Deutschen alles wegnehmen. Dann noch vor der Wahl waren die Bürgergeldempfänger das Problem – hier sollten sich zweistellige Milliardenbeträge einsparen lassen. Daraufhin folgten im Herbst und Winter, als das Wachstum sich nicht einstellte, die Arbeitnehmer, die sich telefonisch krankschreiben lassen und „blauma chen“. Und jetzt sind es die „Lifestyle-Teilzeitarbeitnehmer“, die für den fehlenden Wirtschaftsaufschwung verantwortlich gemacht werden.
Die Strategie des ständigen Fingerzeigs auf vermeintlich Schuldige ist nicht nur inhaltlich fragwürdig, sondern auch politisch armselig. Wo bleiben die strukturellen Antworten auf Fachkräftemangel, Bürokratieabbau und Investitionsstau? Wo ist die ehrliche Analyse der tatsächlichen Probleme unserer Wirtschaft und Gesellschaft?
Es ist an der Zeit, dass unsere Regierung endlich Verantwortung übernimmt, statt immer neue Gruppen als Sündenböcke zu präsentieren.
Christa Einsele-Diefenbach, Kirchheim
