In Kirchheim geht es um ein gefühlt hohes Aufkommen von der Vermietung von Wohnungen als Ferienwohnung oder Airbnbs. Überprüft man dieses aber zum Beispiel anhand der Zahlen auf Airbnb, scheint die Zahl an Wohnungen, die dort angeboten werden, im Verhältnis zum gesamten Wohnungsangebot doch nicht mehr so hoch. Airbnb weist 70 Wohnungen in Kirchheim aus. Die Stadt hat rund 40.000 Einwohner. Daraus abgeleitet ergeben sich etwa 18.000 bis 20.000 Wohnungen. 0,4 Prozent bis 0,3 Prozent des Wohnungsbestands lassen sich also auf Airbnb finden. Wohnraummangel wird demzufolge nicht durch die Nutzung von Wohnungen als Ferienwohnung in Kirchheim verursacht. Der Gedanke, dass ein Zweckentfremdungsverbot zur Lösung des Problems beitragen könnte, greift deshalb zu kurz.
Außerdem: Weitere Eingriffe in den Wohnungsmarkt lösen keine Probleme – sie verschärfen sie. Auch das Zweckentfremdungsverbot schafft keine einzige neue Wohnung, sondern verhindert Investitionen, indem es potenzielle Inverstoren verunsichert. Das Zweckentfremdungsverbot greift stark in das Grundrecht auf Eigentum ein. Eigentümer sollten grundsätzlich frei entscheiden können, wie sie ihre Immobilie nutzen.
Fakt ist, dass der Neubau von Wohnungen benötigt wird, um die gestiegene Nachfrage in Baden-Württemberg zu bedienen. Es ist die einzige reelle Lösungsmöglichkeit, um das Problem zu lösen. Wird die Investitionsbereitschaft durch weitere Eingriffe des Staates getrübt, ist dies kontraproduktiv.
Statt restriktiver Maßnahmen fordert Haus und Grund vor allem: mehr Bauland, schnellere Genehmigungen und weniger Bauvorschriften – also Maßnahmen, die den Wohnungsbau fördern.
Reinhard Spieth, Vorsitzender Haus und Grund Kirchheim und Umgebung
