Leserbriefe

Ärzte warnen vor Cannabis

Zum Artikel „Lauterbach-Vorschläge stoßen in der Ampel auf viel Kritik“ vom 20. Oktober

Etliche Aspekte, die gegen die durch die rot-grün-gelbe Regierung geplante Legalisierung von Cannabis sprechen, werden in den aktuellen Artikeln ausgeblendet, vor allem die negativen medizinischen und gesundheitspolitischen Aspekte. So konstatiert der Arzt Professor Dr. Rainer Thomasius vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf in einem im Jahr 2005 in der Fachzeitung „Neurologie & Psychiatrie“ veröffentlichten Artikel, dass das Risiko, an einer Schizophrenie zu erkranken, „bei Cannabiskonsumenten um das bis zu Sechsfache gegenüber der Normalpopulation“ erhöht ist.

Cannabis verändert die Psyche langfristig negativ, führt in vielen Fällen zu einem amotivationalen Syndrom, wodurch die Bewältigung der beruflichen und privaten Alltagsstruktur stark eingeschränkt ist. Regelmäßiger Cannabiskonsum steht laut Thomasius deshalb im Zusammenhang mit beruflichen, finanziellen und familiären Problemen.

Ist es tatsächlich mit den juristischen staatlichen Grundsätzen vereinbar, wenn sich der Staat durch die Entkriminalisierung von Cannabis selbst mittelbar zum größten Dealer macht? Die Hoffnung, den Betäubungsmittelschwarzmarkt trockenzulegen, haben sich in anderen Ländern, etwa USA, nicht erfüllt. Der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, Thomas Fischbach, hat vor den Plänen der Ampel-Koalition zur Freigabe von Cannabis gewarnt.

„Uns als Kinder- und Jugendärzten wäre es lieber, wenn die Cannabis-Legalisierung nicht kommt“, sagte der Mediziner. „Regelmäßiger Cannabiskonsum kann bei jungen Erwachsenen irreparable Hirnschäden verursachen, bis hin zu einer dauerhaften Einschränkung der intellektuellen Leistungsfähigkeit und der sozialen Kompetenz.“

Peter Schuster, Notzingen

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