Leserbriefe

Bürger brauchen Stromspeicher

Zur Berichterstattung über die CO2-Besteuerung von Gas

Fünfzig Prozent der deutschen Haushalte heizen mit Gas, das als klimaschädlich gilt und deshalb mit steigender CO2-Steuer belastet wird. Hatte nicht der Ukraine-Krieg offenbart, dass Deutschland ohne Gas wirtschaftlich nicht existieren kann?!

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle stellt in seinem „Informationsblatt CO2-Faktoren“ vom 15. November 2021 auf Seite 6 zwei Tabellen auf, die verdeutlichen, dass Gas den niedrigsten CO2-Wert und den höchsten Heizwert, Strom dagegen den höchsten CO2-Wert und den niedrigsten Heizwert hat. Das bedeutet für die Wärmepumpen: Der für den Unterhalt notwendige Strom ist CO2-haltig. Nur der produzierte Strom ist CO2-frei. Was passiert aber im Sommer mit Solarenergie, die an der Börse keinen Absatz findet? Dazu schrieb am 3. Januar 2018 das Spiegel-Magazin: „Deutschland gibt Strom ans Ausland ab – und zahlt dabei drauf . . . In diesen Situationen werden negative Strompreise fällig. Die Kosten dafür legen die Betreiber auf die Verbraucher um.“ Wir müssen umdenken! Deutschland braucht zuerst Stromspeicher, um überhaupt eine CO2-freie Energiewende nur mit Strom zu realisieren.

Grüner Strom und auch Gas werden bereits für die Industrie in speicherbare Wasserstoffproduktion geliefert. Auch die Bürger brauchen bei ihrer Stromerzeugung Speicher dezentral vor Ort. Die notwendige Übergangslösung dürfte Gas sein: Gasleitungen und Brennwertkessel sind schon vorhanden. Gas hat einen niedrigen CO2-Faktor und einen hohen Heizwert. Sein arg gestiegener Preis hat genügend abschreckende Lenkungswirkung, die keiner zusätzlichen CO2-Bepreisung bedarf. Steigende Energiepreise könnte die Regierung durch Verzicht auf staatliche Lasten auffangen.

Karin Aufhammer, Kirchheim

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