Leserbriefe

Bürgerdialog schaut anders aus

Leserbrief zum Artikel „Streit um die Dettinger Straße“ vom 14. Juli

Lieber Herr Volz, ich weiß nicht worauf Ihre irrige Annahme beruht, dass sich alle Anwohner darüber freuen, wenn die Dettinger Straße eine Fußgängerzone wird. Dem ist mitnichten so. Oder kennen Sie jemandem, der glücklich darüber ist, wenn ihm der Zugang zu seiner Haustür nur noch eingeschränkt möglich ist?

Die Situation muss differenzierter betrachtet werden. Es gibt Anwohner der Ziegelstraße, diese sind mit Verkehrslärm und besonders mit Verkehrschaos belastet, und es gibt Anwohner der Dettinger Straße, ab Ecke Küchen-Schlatter Richtung Altes Haus, diese sind hauptsächlich mit Kneipenlärm belastet. Ein großer Unterschied.

Meine Familie und ich bejubeln eine dauerhafte Fußgängerzone in diesem Bereich bestimmt nicht, doch sehen wir die Problematik dieser Straße sehr wohl: Gastronomie, Handel, Fußgänger, Radverkehr in beide Richtungen – hier einen Kompromiss zu finden, ist nicht einfach. Doch man muss es versuchen, und es ist wichtig, dass er von allen getragen wird. Ich persönlich fand die Poller-Lösung abends ab 19 Uhr und an den Wochenenden einen sehr guten Kompromiss und gut tragbar für uns Anwohner. Das Problem liegt eindeutig in der Ziegelstraße und am dortigen Verkehr in beide Richtungen.

Ich hätte mir gewünscht, dass die Stadt in einen echten Dialog mit uns Bürgerinnen und Bürger getreten wäre und wir gemeinsam hätten Lösungsvorschläge konstruktiv erarbeiten können, statt uns vor vollendete Tatsachen zu stellen. Denn hier gebe ich Ihnen Recht, Herr Volz. Es war eine reine Informationsveranstaltung und das sorgte für Unmut und Kritik. An Dr. Fries: Bürgerdialog schaut anders aus.

Ilona Sautter, Kirchheim

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