Leserbriefe

Die Infrastruktur wurde vergessen

Zum Artikel „Kirchheim geht in die Offensive“ vom 11. Juni

Beim Bierzapfen letztens beim „Hock am Ring“ in der Kirchheimer Innenstadt habe ich zwei Väter miteinander reden gehört. Ohne Begrüßung kamen die beiden gleich zur Sache:  „Und – habt ihr einen Betreuungsplatz gefunden?“

Es ist wie ein Schlag ins Gesicht und den Magen gleichzeitig, wenn man nun liest, dass ganz plötzlich Betreuungsplätze in unglaublich hoher Anzahl fehlen. All die Gründe, die dafür genannt werden, sind jahrelang bekannt, zumindest in der Tendenz, die schon lange nach oben gezeigt hat. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass aus Teilen des Gemeinderates definitiv schon sehr früh immer wieder der Hinweis kam, dass auch die „Infrastruktur“ mitwachsen muss, wenn 1000 neue Wohnungen entstehen sollen!

Nichts – rein gar nichts wurde in diesem Bezug bislang unternommen.

Stattdessen hat man landauf landab die Wohnbauinitiative Kirchheims über den Klee gelobt und angepriesen. Schön – nur für wen? Am Ende zählt doch der Mensch und nicht schöne Häuser. Jetzt ist das Kind nicht „in den Brunnen gefallen“, sondern im wörtlichen Sinn zurück in die Arme der Eltern, die genau jetzt unter Druck stehen – nicht Ende 2024!

Für mich ist das ein Komplett-Versagen. Kirchheim geht doch nicht in die Offensive, Kirchheim hat es verschlafen und ist jetzt, wie so oft, dazu getrieben, zu reagieren!

Unsere Kinder sind zum Glück raus aus dem ganzen Thema, ansonsten würde ich demnächst zu einem Tag der Betreuung aufrufen: „Alle nicht betreuten Kinder können am kommenden Montag um 7 Uhr beim Rathaus zur Betreuung bis abends 18 Uhr abgegeben werden.“

Zum Thema Infrastruktur: Da kommen noch ganz andere Themen demnächst hinzu: Schulen, Freizeitangebote, Quartiere, Parken, Verkehr … nicht, dass dann manche wieder ganz plötzlich überrascht sind.

Hans Kiefer, Kirchheim

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