Leserbriefe

Ein Schuss in den Ofen

Zur Berichterstattung über das Entlastungspaket der Ampel-Koalition zum Klimageld

Da habe ich am achten Tag nach Inkrafttreten des Entlastungspakets der Ampel-Koalition an einer Tankstelle gelesen: „ein Liter Diesel – 2,089 Euro“. Als ich das letzte Mal vor dem Entlastungspaket volltankte, kostete der Liter Diesel 1,989 Euro, also 10 Cent weniger.

Wie geht denn das? Hat Finanzminister Linder bei der geplanten Steuerentlastung an der Zapfsäule die Vorzeichen verwechselt? Sicher nicht. Also, holen sich die Mineralölkonzerne die Steuerermäßigung? Es ist höchst ärgerlich, was sich die Ampel-Koalition mit dem sogenannten Entlastungspaket geleistet hat: „Einen richtigen Schuss in den Ofen!“

Die Steuerentlastung an der Tankstelle, das Geschenk der FDP, verschwindet im Dunstkreis der Mineralölkonzerne. Die Fahrt mit dem 9-Euro-Monatsticket, das Geschenk der Grünen, wirkt angesichts überfüllter Züge und Bahnsteige eher abschreckend als werbend. Und beim Energiegeld in Höhe von 300 Euro, das Geschenk der SPD, gehen Rentner und Studierende leer aus, was vor allem gegenüber Rentnern mit kleiner Rente eine schreiende Ungerechtigkeit ist.

Und Hubertus Heil, SPD, der König unter den Geldverteilern, plant schon den nächsten Coup: das Klimageld, das allen bis zu einem Einkommen in Höhe von 4000 Euro monatlich brutto als Alleinverdiener oder einem Einkommen von 8000 Euro monatlich brutto als Doppelverdiener zugutekommen soll.

Es wäre gerechter und zielführender, wenn man nur den unteren Einkommensschichten, die es wirklich schwer haben, eine höhere Hilfe geben würde. Die Vergabe von staatlichen Sozialleistungen mit der Gießkanne muss endlich ein Ende finden. Wer soll denn den immer größer werdenden staatlichen Schuldenberg abtragen? Wir versündigen uns an den künftigen Generationen!

Aber staatliche Segnungen bis hinein in mittlere Einkommensschichten bringen halt auch mehr Wählerstimmen.

Hans Köhler, Wendlingen

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