Leserbriefe

Nicht nur auf die Kosten schauen

Leserbrief zum Bericht über den Hallenbadneubau

Es ist für mein Verständnis nicht verwunderlich, dass hohe Investitionssummen aufgerufen werden, und dennoch sollte das Projekt nicht nur rein von den Kosten argumentiert werden. Zum Verständnis: Wir haben massive Diskussionen rund um das Thema Energiewende. Ein Schwimmbad produziert massiv Abwärme, was weitere Nachhaltigkeitsthemen in der Kommune einfließen kann. Ein Schwimmbad hat ein große Dachfläche, daraus kann mit Photovoltaik Energie erzeugt werden, ergo nochmals Unterstützung in Sachen Energiewende.

Für die Schwimmbadbesucher braucht man Abstellplätze – insbesondere wenn aus den genannten sieben umliegenden Gemeinden Eltern, Sportler und Vereine anreisen. Ich sehe in der Planung keine Ansätze für eine Mobilitätswende, etwa ein Parkhaus mit Ladeinfrastruktur, Parkmöglichkeiten für Anwohner, Arbeitnehmer oder gar Elektrofahrräder – und auch dieses Dach hat Platz für eine PV-Anlage. In dieser Energiematerie gibt es massive Möglichkeiten für Förderungen von Seiten des Staates. Im Bericht steht aber, dass keine Förderungen drin sind? Das kann ich auf der Planungsseite nicht wirklich nachvollziehen.

Zu guter Letzt kann man auf die Krankenkassen oder gar Firmen zugehen, um die Auslastung des Schwimmbades mit Sportkursen zu verbessern oder mit Marketingmitteln die Vorsorge der Mitarbeiter zu erhöhen.

Der Berater der Stadt „PROJECT M“ ist eine führende Strategieberatung für die Tourismus- und Freizeitwirtschaft. Lassen Sie eine Mobilitäts- und Energieberatung einfließen, dann gibt es sicherlich Förderung, und Kirchheim investiert in eine nachhaltige Gesamtstrategie. Ich möchte kein Bürger sein, der ab 2030 keine unmittelbaren Schwimmmöglichkeiten in einer großen Kreisstadt mehr hat, und wir wissen alle, dass aktuell die Nichtschwimmerquote immer weiter ansteigt.

Artur Nieradzik, Kirchheim​​