Leserbriefe

Schwerverkehr auf die Schiene

Leserbrief zum Artikel „Der Trend zur Brennstoffzelle ist nicht mehr umkehrbar“ vom 26. Februar

Mit viel Engagement haben wir in den letzten Jahrzehnten unseren Schwerlast-Fernverkehr immer mehr auf die Straße verlagert. Diese Fahrzeuge prägen das Bild unserer Autobahnen und leisten heute einen erheblichen Beitrag zur CO2-Belastung. „Der Trend zur Brennstoffzelle ist nicht mehr umkehrbar“, so könnte man meinen, und zumindest heute und von der Grundidee her gesehen klingt es ja auch gut: Wir stellen um auf Brennstoffzelle und tanken nur noch Wasserstoff.

Betrachten wir aber den Gesamtprozess von der Herstellung des Wasserstoffs über die Kompression, den Transport, die Stromerzeugung durch die Brennstoffzelle und letztendlich bis hin zum Antrieb des Fahrzeuges durch den Elektromotor, müssen wir uns klarmachen, dass bis zu 70 Prozent der anfangs eingesetzten elektrischen Energie verlorengeht.

Wenn wir bedenken, dass wir den Anteil der Stromversorgung aus regenerativen Energien, der heute in etwa nur 43 Prozent entspricht, ab dem Jahr 2050 auf 100 Prozent erhöhen wollen, und wir dann keinen Strom mehr aus Kohle, Gas oder Atomkraft konsumieren, fällt es schwer zu glauben, dass wir uns langfristig eine solche Verschwendung leisten können. Es gibt schon jetzt bessere Methoden, um zum Beispiel überschüssige Energie zu speichern. Wir sollten doch heute vielmehr darüber nachdenken, den Schwerlast-Fernverkehr wieder auf die Schiene zu bringen! Denn durch elektrifizierte Bahnstrecken könnte der Güterverkehr zukünftig energieeffizienter abgewickelt werden. Gute Beispiele gibt es bereits. Womöglich ist die Brennstoffzelle im Schwerlast-Fernverkehr dann doch nur eine Brückentechnologie und wir sagen uns später: „Nach der Transformation ist vor der Transformation“!?

Rebecca Zabel, Weilheim

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