Leserbriefe

Was nun, Herr Haumacher?

Zum Artikel „Haumacher tritt nicht mehr an“ am 6. Juli

Gefragt nach seinen Ambitionen, sich der Wahl zum Oberbürgermeister (OB) in Vaihingen an der Enz zu stellen, antwortete der Bürgermeister von Notzingen, Sven Haumacher, am 16. April dem Teckboten: „Als Volljurist bin ich für eine so kleine Kommune (Notzingen) eigentlich überqualifiziert.“ Schon damals eine irritierende Aussage, die die Gemeinde Notzingen als „Kuhnest“ abstempelt.

Obwohl er im ersten Wahlgang zum OB als Sieger hervorging, zieht er seine Kandidatur mit mehr als fadenscheinigen Gründen zurück. Das Argument, ein Gegenkandidat habe als „Fachfremder“ zu viele Stimmen bekommen, ist nicht nur peinlich, es ist überheblich, weil es seinen Mitbewerber auf beleidigende Weise abqualifiziert. Seine Rücktrittsgründe wie, „Drogenproblematik“ oder hoher „Ausländeranteil“ in der Innenstadt, sind für einen Bürgermeister unwürdig, weil er Bevölkerungsgruppen nicht versucht zu integrieren, sondern sie ausschließt. Das ist schäbig. Wenn Herr Haumacher sich für so qualifiziert hält, hätte er durch Problemlösungen beweisen können, was in ihm steckt. Aber so macht er sich vom Acker und geht den Weg des geringsten Widerstands.

Der Frust der Vaihingerinnen und Vaihinger ist angesichts des undemokratischen Verhaltens zu verstehen. Vielleicht hat die Geschichte für Vaihingen auch ein gutes Ende und sie bekommen einen OB, der sich den Problemen stellt.

Ulrich Blattner, Vorsitzender der SPD-Gemeinderatsfraktion Notzingen

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