Leserbriefe

Weltfirmen und Eigentum

Zum Artikel „Es hängt an den Flächen“ vom 3. Juni

Dass die Welt auf unsere Brennstoffzellen wartet, glaubt hierzulande niemand. Zum Beispiel könnte Australien mit erneuerbaren Energien seinen Bedarf mehrfach decken, hat aber den größten Steinkohleverbrauch pro Einwohner. Windenergie speicherbar zu machen wäre Sache der nördlichen Bundesländer. Brennstoffzellen brauchen viel Energie bereits zu ihrer Herstellung, was sich im Weilheimer Fernwärme-Angebot zeigt. Enteignung bleibt ein Angriff auf bürgerliche Sicherheit. Sollte Brennstoffzellenproduktion sich küstennah ansiedeln, so könnten Arbeitsuchende dortbleiben – eine konzertierte Aktion mit Arbeitnehmern und Arbeitgebern hätte vor Jahren zum Beispiel die Papierfabrik Scheufelen erhalten können, wie die derzeitige große Papiernachfrage zeigt.

Bei Dialogen zu Rosenloh empfand ich die unternehmerseitige Einstellung einmal als selbstherrlich bis aggressiv. Wenn Grenzen zwischen Unternehmergeist und Angriffslust zerfließen, muss Politik bremsen können. Dass Freiheit, Grund und Boden, nur in Verbindung mit Wohlstand zu gewähren sei, macht mir persönlich Angst.

Die Rhetorik einiger Politiker verstärkt die russische Angst vor dem „Phantom Westen“. Die Energieabhängigkeit von Russland sei eine Mahnung für die Zukunft – mit diesen Worten hat Ministerpräsident Winfried Kretschmann in seiner Regierungserklärung zum Krieg in der Ukraine auch eine Zeitwende in der Wirtschaftspolitik angekündigt. Die Sichtweise, dass sich Demokratie und Freiheit automatisch durchsetzen würden, habe sich als Illusion erwiesen. Was sonst! Der musterschülerhafte Kernkraftausstieg geht mit selbstherrlicher Einstellung gegen Benachteiligte einher.

Ein erfreulicher Anblick dagegen sind für mich die Menschen mit Hacke auf ihren Äckerchen!

Karl Dannenhauer Weilheim

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