Leserbriefe

Wem vertrauen?

Zum Artikel „Die Angst ist komplett unbegründet“ vom 12.  März

Was bei diesem Interview heraussticht, ist das Bemühen, die Sorge vor einer Klimakatastrophe herunterzuspielen. Entgegen dem neuesten Sachstandsbericht des IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change – Weltklimarat), der vermehrte Extremwetter als Folge der Atmosphärenaufheizung nachweist, sieht Herr Marotzke da keinen Zusammenhang. Als ein Direktor an einem öffentlich geförderten Institut sollte er sich eigentlich kundig machen.

Wem ist er denn mehr verpflichtet? Den industriellen Methan- und Kohlenstoffgewinnlern, die zur Verharmlosung drängen, oder der Mehrheit der Bevölkerung, die nur die negativen Klimafolgen auszubaden hat? Ganz seltsam ist es auch, dass er zwar vermutet, dass Teile Afrikas und Arabiens unbewohnbar werden, dies jedoch nur als ein politisches Problem ansieht. Wie kann man solch wichtige Probleme nur durch die nationale Brille sehen? Die Jugendumweltbewegung muss tatsächlich kritisch sein, welchen Wissenschaftlern sie vertrauen kann.

Urs-Peter Graul, Kirchheim

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