Kirchheim

„14 Tage Urlaub“ – mitten in Kirchheim

Vesperkirche Das gemeinsame Essen in der Thomaskirche bringt wieder die unterschiedlichsten Menschen an einen gedeckten Tisch. Gerlinde Kretschmann macht am Samstag im Vorfeld Werbung. Von Andreas Volz

„Gemeinsam an einem Tisch“: Dieses Bild unterstreicht das Motto der Vesperkirche.Archiv-Foto: Jean-Luc Jacques
„Gemeinsam an einem Tisch“: Dieses Bild unterstreicht das Motto der Vesperkirche.Archiv-Foto: Jean-Luc Jacques

Ende Januar beginnt in Kirchheim wieder die „Vesperkirchenzeit“. Für viele Senioren, die die Vesperkirche besuchen, sei das „wie 14 Tage Urlaub“, sagt Diakoniepfarrerin Margarete Oberle aus der Erfahrung der vergangenen Jahre. Das Besondere, gerade für Alleinstehende oder auch für ältere Paare, die sich kaum jemals einen Restaurantbesuch leisten können: „Man sitzt an einem schön gedeckten Tisch, man wird bedient und man kommt ins Gespräch.“

Deshalb stehen die zwei Wochen in der Thomaskirche vom 29.  Januar bis zum 12. Februar auch unter dem Motto „Gemeinsam an einem Tisch“. Diakon Uli Häußermann spricht sogar von einer „großen Chance für Gespräche“, weil man oft gemeinsam mit Wildfremden an einem Tisch sitze. Berührungsängste zwischen den Gästen gebe es nicht. Wichtig ist den Verantwortlichen die passende gesellschaftliche Durchmischung.

„Es ist ja keine Armenspeisung in erster Linie“, meint Margarete Oberle, „es geht dabei eher um das Gemeinschaftserlebnis.“ Der Richtpreis für ein Essen – Suppe, Hauptspeise (auch vegetarisch) und Nachtisch – liegt bei 1,50 Euro. Uli Häußermann zufolge ist das ein symbolischer Betrag, Wer kann und möchte, darf gerne auch mehr Geld bezahlen. Wer allerdings auch die geringe Summe nicht aufbringen kann, erhält bei der Diakonischen Bezirksstelle in der Alleenstraße 74 Gutscheine.

Zur Durchmischung der Vesperkirchenbesucher zählen auch die unterschiedlichsten Lebensalter, denn es strömen beileibe nicht nur Senioren in die Thomaskirche. Schüler der Teck-­Realschule gehören ebenso zu den Gästen wie Mütter mit Kindern. Für die Kinder gibt es sogar eine eigene Spielecke.

Aus den Reihen der Teck-­Realschule rekrutiert die Vesperkirche sogar einen Teil ihrer ehrenamtlichen Mitarbeiter, wie Claudia Brendel von der Diakonischen Bezirksstelle erwähnt: „Da gibt es wieder Schüler, die sich für ihr themenorientiertes Projekt Soziales Engagement bei uns einbringen.“ Sie helfen bei der Vesperkirche selbst wie auch im Vorfeld.

Am kommenden Samstag, 10.  Dezember, sowie am Samstag, 14. Januar, präsentiert sich die Vesperkirche nämlich mit einem Stand schräg gegenüber vom Kirchheimer Rathaus. Außer Kaffee und Wurstbüchsen gibt es am Stand den großen Spendentopf, Informationen und auch Helferlisten, in die man sich eintragen kann. Die Vesperkirche freut sich immer über neue Mitarbeiter.

Eine ganz besondere „Mitarbeiterin“ haben sie jetzt für Samstag engagiert: Gerlinde Kretschmann, die Ehefrau des Ministerpräsidenten, macht einen Tag vor dem dritten Advent in der Fußgängerzone Werbung für die Kirchheimer Vesperkirche – von 10 bis 12 Uhr.

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