Kirchheim

150 Jahre Rudolfsgnad soll gefeiert werden

Kirchheim. Der in Kirchheim beheimatete Verein Gedenkstätten Rudolfsgnad (VGR) hat bei seiner Mitgliederversammlung beschlossen, seine Arbeit fortzusetzen. Möglich ist das, solange die Spendenbereitschaft der Landsleute anhält und somit etwas für die Pflege der Gedenkstätten getan werden kann. Dennoch beklagt der Verein, dass die personelle und finanzielle Basis immer schmäler wird. Der Verein bedauert den Tod seines Zweiten Vorsitzenden Michael Bittenbinder. Der Architekt hatte bei der Planung und Errichtung der Gedenkstätten in Rudolfsgnad Wertvolles geleistet. Die Gründung von Rudolfsgnad/Knicanin jährte sich im letzten Jahr zum 150. Mal. Der Knicaniner Schwesterverein möchte eine Jubiläumsfeier noch dieses Jahr nachholen. Dabei könnte auch gefeiert werden, dass vor 20 Jahren, noch während der Ära Miloševi´c, die ersten Gedenktafeln an den Massengräbern in Rudolfsgnad aufgestellt wurden. Initiator war der Belgrader Germanistik-Professor Ziletic und die von ihm gegründete Gesellschaft für serbisch-deutsche Zusammenarbeit. Die Blechtafel, die Ziletic seinerzeit bei dem „Teletschka“ genannten Feld-Massengrab aufstellen durfte, befindet sich jetzt im Donauschwäbischen Zentralmuseum in Ulm. Ab 2002 entstanden unter der Ägide des VGR und im Einvernehmen mit den zuständigen Stellen in Knicanin und Zrenjanin die heutigen Gedenkstätten in Serbien. Sie erinnern an die insgesamt circa 12 000 Menschen, die im Rudolfsgnader Vernichtungslager umgekommen sind.


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