Kirchheim

450 Wohnungen entstehen, ein Drittel davon zur Miete

Steingau-Quartier Mit der Vergabe des letzten Baufelds zieht Kirchheims Gemeinderat bereits ein erstes Resümee.

Foto: Jean-Luc Jacques

Kirchheim. Noch zu Beginn der Einschränkungen durch die Coronakrise hat Kirchheims Gemeinderat einstimmig die Projekte für das abschließende Baufeld 6 im Steingau-Quartier vergeben. Bei dieser Gelegenheit gab es ein erstes Resümee. Es fiel positiv bis überschwenglich aus: Statt 250 Wohneinheiten sollen am Ende deutlich mehr entstanden sein: ganze 450 sind es an der Zahl.

Ein Drittel davon sind Mietwohnungen. 18 Prozent dieser 150 Mietwohnungen wiederum erfüllen entweder die Kriterien der Wohnraumförderung - oder aber sie liegen um mindestens zehn Prozent unterhalb der Vergleichsmiete. Das ist ein Ergebnis, das sich sehen lassen kann. Trotzdem gab es auch Bedenken, dass auf dem einstigen EZA-Gelände nicht noch sehr viel mehr preisgünstige Mietwohnungen geschaffen werden konnten.

So schlug die Grünen-Fraktionsvorsitzende Sabine Bur am Orde-Käß vor, dass die Stadt beim Nachfolgeprojekt auf dem Güterbahnhofsgelände entweder mit einer eigenen Wohnungsbaugesellschaft aktiv wird oder dass sie die Grundstücke in ihrem Eigentum behalten und sie lediglich in Erbpacht vergeben soll.

CDU-Stadtrat Dieter Franz Hoff nahm diesen Ball sofort auf und stimmte voll und ganz zu: „Wir sollten die Grundstückspreise nicht den Spekulanten überlassen.“ Wenn nach zehn bis 15 Jahren die Laufzeit für die günstigen Mietpreise im Steingau-Quartier ende, seien dort auch die 18 Prozent der Mietwohnungen nicht mehr wirklich preisgünstig.

Erbpacht und Besitzstandswahrung seitens der Stadt Kirchheim fordert Linken-Stadtrat Heinrich Brinker seit eh und je. Außerdem ging es ihm auch darum, auf Autos in Wohngebieten zu verzichten.

An diesem Punkt zeigte sich Bettina Schmauder (Freie Wähler) „erstaunt über die Grundsatzdiskussion“. Ein neues Wohngebiet müsse für Fußgänger, Rad- und Autofahrer gleichermaßen attraktiv sein. Und im Steingau-Quartier seien alle Ziele erreicht worden: „Das Quartier steht für Vielfalt, und ich glaube sehr wohl, dass wir dort auch preisgünstigen Wohnraum zum Mieten oder im Eigentum geschaffen haben.“

Einen wesentlichen Grund für die Preisentwicklung nannte der SPD-Fraktionsvorsitzende Marc Eisenmann: „Wir mussten für die Grundstücke sehr viel Geld inves­tieren, um dort eine Stadtentwicklung nach unserer Façon umzusetzen. Mit dem Preis, den wir bezahlt haben, hätten wir nicht günstiger bauen können.“ Wenn die Mietpreisbindung in zehn bis 20 Jahren auslaufe, müsse die Stadt selbst günstigen Wohnraum zur Verfügung stellen können.

CIK-Stadtrat Gerd Mogler stellte fest: „Es war von Anfang an klar, dass wir dort keine Sozialbauten erstellen lassen werden.“ Letzteres ist ohnehin Sache einer kommunalen Wohnungsbaugesellschaft, zu der Oberbürgermeister Pascal Bader sagte: „Da sind wir dran.“ Bürgermeister Günter Riemer lobte noch einmal das Gesamt­ergebnis im Steingau-Quartier: „Das Projekt findet bundesweit Beachtung. Unsere Mitarbeiter sind deswegen überall als Referenten gefragt.“ Andreas Volz

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