Kirchheim

Akkordeonspieler vor großer Kulisse

Erfolgreiche Kirchheim Musiker beim World Music Festival im österreichischen Innsbruck

Einen unvergesslichen Eindruck und eine Bestnote nahm das Akkordeonorchester des Zither- und Akkordeonvereins Kirchheim von seiner Teilnahme am World Music Festival im Österreichischen Innsbruck mit nach Hause.

Claudia Petrow (Mitte) mit ihrem Orchester. Foto: Rainer Lay
Claudia Petrow (Mitte) mit ihrem Orchester. Foto: Rainer Lay

Kirchheim. Zum zwölften Mal wurde das alle drei Jahre stattfindende Spektakel ausgetragen, das mit rund 190 Gruppen und 10 000 Akkordeonspielern aus aller Welt das weltgrößte Akkordeonfestival ist. Das Kirchheimer Orchester hatte sich in der Kategorie Mittelstufe angemeldet und mit 41,5 von 50 möglichen Punkten das Prädikat „Hervorragend“ erspielt, die höchstmögliche Auszeichnungsstufe. Damit belegten sie Platz acht von 26 Startern in dieser Kategorie, womit sie mehr als zufrieden waren. Die Wertungsspiele fanden zwei Tage lang in sämtlichen Sälen von Messe und Congresszentrum parallel statt.

Für ihren Auftritt hatte die Dirigentin Claudia Petrow zwei Liedtitel ausgesucht: „Singapur Skyline“, eine Auftragskomposition von Wolfgang Ruß-Plötz, und den „Rojo Tango“ von Pablo Ziegler in einer Bearbeitung von Hans-Günther Kölz. Beide Stücke hatte das Orchester jüngst bei seinem Jahreskonzert in der Kirchheimer Stadthalle zum Vortrag gebracht, doch trotz korrekter Aufführung wurde danach weiter intensiv daran gearbeitet. Zu einer Probe kam Hans-Günther Kölz zu Besuch, der Mentor von Claudia Petrow und Dozent am Hohner-Konservatorium in Trossingen. Die Orchesterspieler staunten, was solch ein Fachmann von Weltformat noch aus einem eigentlich schon fast perfekt einstudierten Stück herausholen kann.

Hans-Günther Kölz hatte auch beim World Music Festival eine he­rausragende Rolle. Am „Abend der Nationen“ dirigierte er sein weltbekanntes Orchester „Hohnerklang“ vor mehreren Tausend begeisterten Zuhörern, die Kirchheimer waren auch darunter. Auf der zweiten Bühne im selben Saal präsentierte sich immer im Wechsel mit Hohnerklang „A Train“ die Landes-Akkordeon-Bigband Hessen unter der Leitung von Wolfgang Ruß-Plötz. Kölz als Vollblutmusiker war in beiden Formationen aktiv und wechselte auf diese Weise acht mal die Bühne.

Zeitgleich fanden in fünf weiteren Sälen des Congresszentrums andere Konzerte statt, und dem Publikum stand es frei, jedem ein Weilchen beizuwohnen oder sich ganz einer einzigen Gruppe zu widmen.

Von allen Teilnehmern und Fans mit Spannung erwartet wurde die Preisverleihung und Verkündigung der Ergebnisse der Wertungsspiele. Nur ein Orchester hatte nicht antreten dürfen, nämlich der Gewinner des vergangenen World Music Festivals, das Nürnberger Akkordeonorchester. Dieses durfte dafür aber am Gala-Abend ein Konzert vor fachkundigem Publikum geben und sich feiern lassen, gemeinsam mit dem Gewinner des vorletzten Festivals, dem Orchester aus Novi Sad in Serbien.

Doch die vier Tage in Innsbruck wurden nicht ausschließlich von Musik ausgefüllt. Die Kirchheimer unternahmen auch Ausflüge ins Swarovski-Kristallmuseum, zur Skisprungschanze Bergisel, zum Alpenzoo oder mit der Nordketten-Bergbahn in den meterhohen Neuschnee des Karwendelgebirges. Nicht zuletzt erholten sie sich auch bei einem gemütlichen Stadtbummel und Cafébesuch in Innsbruck. sr

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