Kirchheim

Anekdoten rund um die Pappe: Ohne Helm ging’s über die A 81

Serie In der Teckboten-Serie „Rund ums Steuer“ geht es heute um eine waghalsige junge Dame, die in den 60er Jahren mit ihrem Motorroller in der Region unterwegs war. Von Helga Single

Elisabeth Leuze unterwegs mit ihrem Motorroller. Foto: pr

Kirchheim. Ziemlich weit zurück, nämlich bis ins Jahr 1959, geht die Erinnerung an die Führerscheinprüfung von Elisabeth Leuze. Sie war seinerzeit junge „Anwärterin zur Bezirksjugendleiterin des evangelischen Mädchenwerks Heilbronn“, und ihr damaliger Arbeitgeber bestand darauf, dass sie die Fahrklassen 1 und 3 machte. Deshalb war ihr erster fahrbarer Untersatz auch kein Auto, sondern aus Kostengründen ein Dienstmotorroller. Mit der ausgesprochen windschnittigen Lambretta, die ein Kickantrieb an der Seite auszeichnete, fuhr sie wacker ohne Helm auf der Autobahn 81 von Heilbronn nach Wendlingen. Dort wohnten nämlich ihre Eltern. Anstatt eines Nierengürtels hätte man eben „dicke Sachen“ angezogen, erinnert sie sich, und so brauste man damals auf der meist leeren Autobahn so vor sich hin. In der Fahrschulzeit bereitete ihr das Rückwärtseinparken immer die größten Probleme. „Ich war immer zu vorsichtig und ehrlich gesagt, das Einparken ist bis zuletzt mein Problem geblieben“, meint sie rückblickend. Mittlerweile ist sie längst vom Roller auf das Auto umgestiegen und kann inzwischen mit großer Dankbarkeit auf eine nunmehr 55 Jahre währende unfallfreie Zeit zurückblicken. Dafür bekam sie im Jahr 2014 die goldene Plakette des Deutschen Automobilclubs verliehen. Die Auszeichnung heftete sie sofort stolz an ihr letztes Auto, einen gelben Fiat Panda. Inzwischen hat sie das Autofahren komplett eingestellt. Und was ist mit ihrem Pappen-Führerschein passiert? Das graue Original haben ihr einst Straßenbanditen im sizilianischen Catania samt der Handtasche aus dem Auto geraubt, erinnert sie sich. Auf diese Weise sei sie quasi vorzeitig zu einem rosafarbenen Exemplar gekommen. ...

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