Kirchheim

Anschlag mit großer „Stinkbombe“

Großeinsatz Nach einem Stein fliegt ein Glas mit Buttersäure durch ein Fenster in der Kirchheimer Alleenstraße. Die Feuerwehr beseitigt den Schaden, Polizei und Staatsschutz nehmen die Ermittlungen auf. Von Andreas Volz

Die Bilder zeigen Männer in Schutzanzügen, wie sie die stinkende Substanz in einem Fass aus dem Haus tragen, die fachgerechte Un
Die Bilder zeigen Männer in Schutzanzügen, wie sie die stinkende Substanz in einem Fass aus dem Haus tragen, die fachgerechte Untersuchung der Chemikalie und das Loch in der Scheibe, durch das ein Stein und die Buttersäure geflogen waren.Fotos: Carsten Riedl

Helle Aufregung am helllichten Nachmittag, und das mitten in Kirchheim: Polizei und Feuerwehr sind im Einsatz, die Alleenstraße ist zwischen Amtsgericht und Ochsengässle komplett gesperrt. Was war da los, ab 14.30 Uhr?

Zu sehen gab es gestern nicht viel, wenn man von den vielen Menschen und den vielen Einsatzfahrzeugen absieht. Es hat nicht gebrannt und nicht geraucht. Explosionsgefahr bestand ebenfalls zu keinem Zeitpunkt. Für die Feuerwehr ging es letztlich „nur“ darum, die Reste eines Glasgefäßes zu entfernen und die Reste der Buttersäure, die sich in dem Glas befunden haben muss: Diese Buttersäure war Ursache für den immensen Gestank im Haus und in der gesamten Umgebung.

Durch eine Scheibe im Erdgeschoss, direkt neben dem Mehrgenerationenhaus Linde, war ein Stein geworfen worden - und anschließend wohl das Glas mit Buttersäure. In dem Haus sind Büros des Sozialverbands VdK und des Arbeitskreises Leben (AKL) untergebracht sowie der Verein Türkisches Volkshaus. Menschen befanden sich zum Zeitpunkt des Anschlags offenbar nicht im Gebäude.

Ein Mitglied des Türkischen Volkshauses hatte das Loch in der Scheibe entdeckt und die Stadt Kirchheim informiert, in deren Eigentum sich das Gebäude befindet. Die Stadt rief die Polizei, wie das bei Sachbeschädigungen immer der Fall ist. Die Polizei wiederum alarmierte die Feuerwehr - wegen der unbekannten Chemikalie. Der Gefahrgutzug des Landkreises Esslingen aus Ostfildern hatte die Aufgabe, die stinkende Substanz nach der Bergung zu untersuchen.

Völlig unklar waren gestern noch die Hintergründe der Tat. Polizei und Staatsschutz haben die Ermittlungen aufgenommen. Vielleicht gibt ja das Papier Aufschluss, das um den Stein gewickelt war.

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