Kirchheim

Arbeitslosigkeit steigt winterbedingt an

Jobsuche Im Januar waren mehr Leute ohne Arbeit als zuvor. Gleichzeitig gibt es mehr freie Stellen auf dem Markt.

Region. Im Januar ist die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Göppingen, der die Landkreise Esslingen und Göppingen umfasst, gestiegen. Insgesamt waren 16 402 Frauen und Männer ohne Arbeit. Das sind sieben Prozent mehr als im Dezember und 2,3 Prozent als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote stieg auf 3,8 Prozent.

Grund für den Anstieg ist laut Wilfried Hüntelmann, Leiter der Arbeitsagentur Göppingen, der Winter. „Der Anstieg ist allerdings in diesem Jahr geringer ausgefallen als in den letzten Jahren“.

Mit 2 166 offenen Arbeitsstellen wurden 13,1 Prozent mehr neu gemeldet als im letzten Jahr. „Die Einstellungsbereitschaft der Betriebe bietet Chancen für Arbeitsuchende“, sagt Hüntelmann. Unter den Arbeitslosen sind  1 191 geflüchtete Menschen. Bei ihnen stehen Spracherwerb und Berufsvorbereitung mit Blick auf die Vermittlung in Arbeit und Ausbildung derzeit noch im Vordergrund.

Beim Jobcenter des Landkreises Esslingen, mit Standort auch in Kirchheim, hat die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 4,3 Prozent abgenommen und lag nun bei 6 027 Arbeitslosen. Das waren 3,2 Prozent weniger als im Januar 2016.

Auch 279 Jugendliche unter 20  Jahren waren im Januar arbeitslos gemeldet. Das sind zwei Personen mehr als vor einem Monat, und 39 oder 16,3 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Bei den jungen Menschen unter 25 Jahren gab es 1 525 Arbeitslose, 6,9 Prozent mehr als im Vormonat und 12,1 Prozent mehr als im Januar 2016. Die Zahl der 50-jährigen und älteren Arbeitslosen ist im Vergleich zum Dezember um 7,3 Prozent auf 5 489 Personen gestiegen.

Kirchheim unter dem Schnitt

4 399 Menschen waren im Januar seit mindestens einem Jahr bei der Agentur für Arbeit und den Jobcentern arbeitslos gemeldet und galten damit als langzeitarbeitslos. Das sind 4,2 Prozent mehr als im Vormonat, aber sogar 1,4 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

Die Zahl der arbeitslosen schwerbehinderten Menschen nahm von Dezember auf Januar um 27 oder 3,1 Prozent auf 904 Personen zu. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren 136 schwerbehinderte Menschen weniger arbeitslos gemeldet.

Die Arbeitslosenquote stieg im Januar im Bezirk der Agentur für Arbeit minimal um 0,2 Prozentpunkte auf 3,8 Prozent. Im Landkreis Esslingen betrug sie 3,7 Prozent. Im Raum Kirchheim liegt der Wert etwas unter dem Durchschnitt bei 3,4 Prozent.

Im Bezirk der Agentur für Arbeit waren im Januar 9 031 ungeförderte Stellen - also freie Arbeitsplätze, die ohne Einbeziehung geförderter Stellen angeboten werden - beim gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit und der Jobcenter gemeldet. Gegenüber Dezember ist das ein Rückgang um 207 Stellen (minus 2,2 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr gab es 294 Stellen (plus 3,4 Prozent) mehr. Die Zahl der neu gemeldeten Arbeitsstellen ist im letzten Monat ebenfalls zurückgegangen: Insgesamt wurden 2 166 Stellen neu gemeldet. Das waren 327 (minus 13,1 Prozent) weniger als im Dezember, aber 251 (plus 13,1 Prozent) mehr als im Januar 2016. pm

Gesetzesänderung

Sogenannte „Aufstocker“, die gleichzeitig Arbeitslosengeld und Arbeitslosengeld II beziehen, werden seit dem 1. Januar nicht mehr vom Jobcenter, sondern der Agentur für Arbeit betreut. Davon gibt es etwa 500 im Bezirk.

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