Kirchheim

Auch im Rauner soll es Zäune geben

Vandalismus Die Stadt Kirchheim will das Gelände von Raunerschule und Teck-Realschule über Nacht abschließen.

So leer sollte es auf dem Campus Rauner vor allem nachts aussehen: Um die Vandalismusgefahr einzudämmen, kommen Zäune rund um das Gelände.   Foto: pr

Kirchheim. Die Stadt Kirchheim schreitet zügig voran, wenn es darum geht, weitere Schulhöfe einzuzäunen – um zu verhindern, dass Unbefugte dort vor allem nachts ihr Unwesen treiben. Sie machen Radau, der den Anwohnern nicht zuzumuten ist, und sie hinterlassen Müll und Scherben, was wiederum Lehrkräften und Schülern nicht zuzumuten ist. Dieses Mal ging es um den Campus Rauner – und dabei vor allem um den Bolzplatz neben der Sporthalle.

Bürgermeisterin Christine Kullen stellte im Gemeinderat die Eckpunkte für die Einzäunung vor, die rund 130 000 Euro kostet. Das Schulgelände wird in den Abendstunden geschlossen, bei Einbruch der Dunkelheit, spätestens aber um 22 Uhr. Außerhalb der Schulzeiten bleibt es bis 9 Uhr morgens geschlossen sowie in der Mittagszeit von 13 bis 15 Uhr. Auf dem Bolzplatz sind die Regeln noch schärfer: Dort ist keinerlei außerschulische Nutzung mehr vorgesehen. Die Zäune rund um den Bolzplatz sollen 1,60 Meter hoch sein.

Wie bereits an anderen Schulen, hat sich der Gemeinderat auch am Campus Rauner vorerst gegen eine Videoüberwachung entschieden. Fortgesetzt werden soll die Streetworker-Arbeit, die vorsieht, im Gespräch auf die Jugendlichen zuzugehen und ihr Verständnis zu wecken für die Belange der Schulen, der Stadt und der Anwohner.

Spielplatz bleibt vorerst offen

Zum vorderen Schulhof, der an der Limburgstraße liegt, regte Stadtrat Ralf Gerber (Freie Wähler) – letztlich vergebens – an, diesen tatsächlich großräumiger einzuzäunen – so, wie es die Verwaltung zunächst vorgeschlagen hatte. Dann wäre auch der dortige Spielplatz nachts nicht mehr so leicht zu erreichen. „In spätestens zwei Jahren müssen wir das sowieso machen. Aber dann müssen wir auch gleich den Spielplatz neu herrichten lassen, weil er bis dahin zerstört sein wird. Nachts hat dort niemand was zu suchen.“

Tobias Öhrlich (CIK) hieb in die gleiche Kerbe: „Es gibt dort einladende Stellen für Personen, die keinen Respekt vor fremdem Eigentum haben.“ Er wollte aber nicht alle Jugendlichen pauschal unter Vandalismusverdacht stellen und bedauerte es, dass die Stadtverwaltung bislang noch keine Vorschläge unterbreitet hat, wo denn geeignete Treffpunkte als Alternative angeboten werden könnten. Letzteres betonte auch SPD-Stadträtin Andrea Helmer-Denzel: „Wir brauchen andere Plätze. Das Abschließen der Schulhöfe führt nur zu einer Verdrängung.“

Oberbürgermeister Pascal Bader erklärte, das Grünflächenamt sei derzeit auf der Suche nach solchen Ersatzflächen. Das Gremium hat sich einstimmig für mehr Zäune auf dem Gelände im Rauner ausgesprochen.    Andreas Volz

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