Kirchheim

Auf dem Weg zur digitalen Einkaufsstadt

Vortrag Ein Online-Shop für Kirchheim, nach dem Vorbild Amazon, ist nicht konkurrenzfähig. Das hat eine Studie ergeben.

Kirchheim. Unter dem Motto „Kirchheim - lebendig, lebenswert - digital?“ ging es in der Kirchheimer Stadthalle um das Thema digitaler Wandel und die Auswirkungen für den Kirchheimer Einzelhandel.

„Mehr als 100 Kirchheimer, darunter viele Fachleute und Einzelhändler sind gekommen“, stellt Wirtschaftsförderin Saskia Klinger fest, die die Projekte zusammen mit dem Bund der Selbstständigen und dem City Ring begleitet hat.

Studierende und Mitarbeiter der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU) hatten zuvor das Potenzial für einen Online-Marktplatz in Kirchheim analysiert. Sie bewerteten zunächst die Vorlieben der Kirchheimer Bevölkerung. Im Mittelpunkt stand vor allem die Frage, wie eine solche Plattform zu konzipieren wäre und was sie enthalten sollte. Außerdem wurden Beispiele aus anderen Städten vorgestellt und deren Anwendbarkeit auf Kirchheim bewertet.

Die Studierenden empfehlen die Einrichtung eines ganzheitlichen Modells. Dort sollten nicht nur die Einzelhändler mit einer Schaufensterfunktion ihre Produkte bewerben können, sondern auch Gastronomen, Dienstleister und Handwerker vorgestellt werden. Veranstaltungen und Aktionen öffentlicher und privater Organisatoren wären ebenfalls zu ergänzen. Dagegen sei die Einrichtung eines Onlineshops und einer App-Funktion nicht zu empfehlen.

Professor Dr. Dirk Funck schließt sich dieser Analyse an. Ein reiner Online-Shop sei im Gegensatz zu den großen Konkurrenten wie Amazon nicht wettbewerbsfähig. Stattdessen müsse man mit einem Konzept, das alle Akteure in Kirchheim umfasse, Begeisterung für den Einkauf bei lokalen Anbietern erzeugen. Außerdem sollte man die gute Vernetzung der Kirchheimer Betriebe nutzen, um über den Online-Marktplatz Synergien aufzubauen.

Gleichzeitig betont Funck, dass eine solche virtuelle Plattform professionell betrieben werden müsse und nicht von einigen ehrenamtlichen Helfern betreut werden könne. Zur Umsetzung des Online-Marktplatzes empfiehlt der Hochschulprofessor eine enge Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, City-Ring und BDS.

Mit einer Folgeveranstaltung am 26. April, in Nürtingen unter dem Motto: „City-Marketing 4.0 - virtuelle, kommunale Marktplätze als Chance?“, werden diese Überlegungen weiterverfolgt werden. Bei einer Podiumsdiskussion wird dort unter anderem Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker vertreten sein.

1 Weitere Informationen gibt es auf Anforderung per E-Mail an wifoe@kirchheim-teck.de

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