Kirchheim

Auf den eigenen Füßen stehen

Bildung Das offene Jugendzentrum des Kirchheimer Vereins „Ny Hary“ in Miarinarivo hat seine Türen geöffnet.

Kirchheim. Pünktlich zum Jahreswechsel hat der Leiter des Projekes „ALABRI“ des deutsch-madagassischen Vereins „Ny Hary“, Stefan Büschelberger, einen Rückblick auf das Jahr 2016 und einen zuversichtlicher Ausblick gegeben. Dank Institutionen und Organisationen ist es dem Team vor Ort gelungen, was ursprünglich erst ab 2020 möglich schien: die Ausgestaltung von „ALABRI“ zum offenen Jugendzentrum im madagassischen Miarinarivo.

Im Jahr 2010 habe man den Spendern und Förderern erstmals die Vision des offenen Jugendzentrums vorgestellt, erinnert Büschelberger. Erstes Ziel nach Vereinsgründung ist es gewesen, gerechte Zugangschancen zu Bildung zu schaffen. Das Wohnheim stellt die Grundversorgung benachteiligter Schüler sicher. Um aber wirklich nachhaltig zu sein, müsse ein Hilfsprojekt mehr tun, als Schüler lediglich „durchzufüttern“, betont Stefan Büschelberger. Vielmehr sei es wichtig, den Schülern Instrumente an die Hand zu geben, um auf eigenen Füßen zu stehen und ihr Leben selbst zu gestalten.

Bildungsangebote fördern

In Deutschland entwickeln sich junge Persönlichkeiten vor allem in Elternhaus, Schule, Vereinen, Freizeit- und Jugendeinrichtungen. Ganz anders sind die Perspektiven in Madagaskar: Viele Kinder kommen aus schwierigen Familienverhältnissen. Die Schulen sind nur dürftig ausgestattet. Entsprechend kommt den außerschulischen Bildungsangeboten eine wichtige Funktion zu. In „freizeitlicher“ Gestalt versucht das „Ny Hary“-Team vor Ort, Werte wie Selbstvertrauen, Kreativität und Verantwortungsbewusstsein zu vermitteln.

Heute verfügt „ALABRI“ über eine kleine Bibliothek. Wöchentlich werden bereits über 1 500 Unterrichtseinheiten in über 40 Bildungsaktivitäten in dem Zentrum und auf der zentralen Terrasse des Rathauses angeboten. Eine zentrale Rolle spielt der „Club Vonjy“, in dem die Schüler gemeinsam gemeinnützige Projekte verwirklichen. Erste Gehversuche in Richtung berufliche Orientierung bieten Kurse in Informatik, Kochen, Sticken und Korbflechten.

Mit dem offenen Jugendzentrum können nachhaltige Hilfen zur Selbsthilfe mit enormer Streuwirkung geleistet werden. kh

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