Kirchheim

Aus dem Rathaus regnet es Goldtaler

Advent Der Gastronom Reinhard Segatz macht das Fachwerkgebäude zu einem großen Adventskalender und lässt Frau Holle in Aktion treten. Von Irene Strifler

Reinhard Segatz hat selbst zum Farbkasten gegriffen und Hänsel und Gretel dargestellt. So oder so ähnlich könnten weitere 23 Bil
Reinhard Segatz hat selbst zum Farbkasten gegriffen und Hänsel und Gretel dargestellt. So oder so ähnlich könnten weitere 23 Bilder aussehen, die am Rathaus aufgehängt werden. Foto: Jörg Bächle

Um neue Ideen ist Reinhard Segatz nicht verlegen. Seit Jahrzehnten fällt dem Kirchheimer Gastronom immer wieder etwas ein. Jetzt hat er einen neuen Geistesblitz: Das Kirchheimer Fachwerkrathaus soll zum Adventskalender werden.

Reinhard Segatz ist auch keiner, der lange um den heißen Brei he­rumredet. Flugs machte er sich daher gemeinsam mit seinem Schwiegersohn Adrian Conrath auf, um sich den Segen der Stadtverwaltung wie auch des City Rings einzuholen. Das Ziel, das Städtchen in der Adventszeit zu beleben, gefiel spontan allen. „Kirchheim erhält durch diese Aktion ein Alleinstellungsmerkmal“, freut sich der Wirt und lässt eine romantische Ader durchblitzen: Märchenszenen sollen jeden Adventsabend im Teckstädtchen heuer prägen.

Unter den Rathausfenstern will Segatz Tafeln mit selbst gemalten Märchenszenen anbringen. Selbst den Denkmalschutz hat er schon einkalkuliert und will daher die Halterungen nutzen, die im Sommer Geranienkästen stützen. Um weniger fantasiebegabte Zeitgenossen für seine Pläne entflammen zu können, hat er kurzerhand selbst eine Malstunde eingelegt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Auf 1,10 mal 1,40 Meter Fläche prangen unverkennbar Hänsel und Gretel mit Hexenhaus und Hexe. 24  Tafeln dieser Art sollen vor dem 1.  Dezember am Rathaus angebracht werden, zunächst geheimnisvoll verhüllt. Mit dem Glockenschlag Punkt 17 Uhr kommt Leben ins Städtle: Frau Holle fährt mit Rüschenhäubchen und Kutsche vor, betritt das Rathaus und enthüllt allabendlich eine Märchentafel. Dazu gibt‘s eine Kurzfassung des jeweiligen Märchens, ehe sie die Federbetten schüttelt. Heraus fallen nicht nur Flocken, sondern auch leckere Schokotaler.

Um sein Vorhaben umzusetzen, sucht Reinhard Segatz noch Besetzungen für Frau Holle und vor allem Kindergruppen, die weitere Märchentafeln malen. „Das muss nicht perfekt sein, sondern einfach mit Herz gestaltet werden“, meint er und denkt vor allem an pfiffige Acht- bis 14-Jährige, die in der Schule, in der Jugendgruppe, in der Kernzeitbetreuung oder wo auch immer zu Pinsel und Farbtopf greifen könnten. Erste Kontakte mit einer Lehrerin sind bereits geknüpft, Reinhard Segatz hofft jetzt, dass sein Handy heiß läuft vor lauter jugendlichen Malgruppen.

Warum der Wirt die Märchen nach Kirchheim bringen will? Ganz einfach, um die Innenstadt zu beleben. Hinzu kommt, dass der Weihnachtsmarkt heuer nicht abgeschlagen auf dem Rollschuhplatz auf Gäste wartet. Die Buden drängen sich einladend auf dem Martinskirchplatz und in der Max-Eyth-Straße, und das vom 3. bis zum 18.  Dezember. Da kann Frau Holle im Anschluss an ihren Job also gleich mal Glühwein oder Kinderpunsch schlürfen gehen. Reinhard Segatz und Adrian Conrath hoffen, dort dann auch viele der jugendlichen Zuhörer mit ihren Eltern zu treffen.

5 Malbegeisterte Kindergruppen oder Schulklassen sollten sich umgehend direkt bei Reinhard Segatz melden unter 01 71/7 77 22 44

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