Kirchheim

Aus dem Samowar oder mit Kardamom

Ein lebhaftes Begegnungsfest bringt Stimmung in die Linde

Damit das Fest „Kirchheim holt die Tassen raus“ nicht schon wieder ins (Tee-)Wasser fällt, gewährte die Kirchheimer Linde dieses Jahr Unterschlupf.

Bei dem vielfältigen kulturellen Programm, ließ es sich gut abwarten und Tee trinken.Foto: pr
Bei dem vielfältigen kulturellen Programm, ließ es sich gut abwarten und Tee trinken.Foto: pr

Kirchheim. Von wegen Tee ist gleich Tee: Wie groß die geschmackliche Bandbreite des allseits beliebten Getränkes sein kann, davon konnten sich die zahlreichen Besucher des Festes in der Linde ein eindrucksvolles Bild machen.

Kirchheimer und Kirchheimerinnen unterschiedlicher Herkunft zelebrierten ihre jeweils eigene Art der Teezubereitung. Von der tamilischen Ingwer-Kardamom-Note bis zum russischen Schwarztee aus dem Samowar, vom arabischen über den afghanischen und türkischen, bis hin zum englischen oder chinesischen Tee reichten die Varianten. Natürlich durfte ein echter italienischer Kaffee auch nicht fehlen – ebenso wenig der Apfelsaft aus heimischer Streuobstproduktion für die Kinder.

Ein Tässchen genießen, Menschen begegnen, ins Gespräch kommen – das war das Motto des Nachmittags in der Linde. Dort, im Trockenen, begrüßte Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker ein volles Haus zum Auftakt. Sie freue sich über die Initiative des Integrationsrats, der damit einmal mehr einen sehr wichtigen und wertvollen Beitrag zu einem interkulturellen und interreligiösen Austausch innerhalb der Stadt leiste: „Es ist mir eine Herzensangelegenheit, dass unsere Stadt weiterhin eine Stadt bleibt, die durch ein friedliches, respektvolles interkulturelles und interreligiöses Miteinander gekennzeichnet ist“. Christian Salman, Programmberater des Bundesprogramms „Demokratie leben! – Partnerschaft für Demokratie“ war eigens aus dem sächsischen Schleife angereist. Er betonte, dass durch das Programm „viel Schönes und viele Begegnungen“ geschaffen werde. „Das Ganze wäre ohne ehrenamtliches Engagement nicht zu schaffen.“, so der Vertreter des Bundes.

Einen Ausschnitt aus der Vielfalt der Arbeit der ehrenamtlichen Gruppen konnten die Gäste der Veranstaltung „Kirchheim holt die Tassen raus“ in freundlicher und offener Atmosphäre direkt live erleben. Da brachte etwa der russische Senioren-Chor Babuschki fröhliche Lieder zu Gehör und türkischstämmige junge Frauen und Männer zeigten feurige Tänze. Es trommelten junge Flüchtlinge vom „Musikalischen Abend“ aus der Linde enthusiastisch nach afrikanischen Rhythmen, und ein Trio einheimischer Musiker stimmte Countrymusik an.

Eine Männer-Theatergruppe aus Flüchtlingen und Einheimischen, die sich den Namen „Wilde Kerle“ gab, zeigte Ausschnitte aus ihrem selbst erarbeiteten Stück zum Thema „Ankunft in der Fremde“. Und während die jüngsten Gäste sich beim Spielmobil des Brückenhauses vergnügten oder in einer Sprayer-Aktion das „Kirchheim der Zukunft“ aufsprühten, diskutierten Erwachsene an fünf vorbereitetet Gesprächsinseln über ihre Sicht des „Miteinanderlebens“ und der Vielfalt in der Stadt – bei einem Tässchen eines der vielen Tees.pm

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