Kirchheim

Bački Petrovac und Kirchheim bauen Brücken

Politik Srđan Simić und Angelika Matt-Heidecker setzen mit ihren Unterschriften ein Zeichen: Die schwäbische Kleinstadt und die serbische Gemeinde sind ab jetzt Partner.

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Kirchheim und die serbische Gemeinde Bacčki Petrovac sind jetzt Partnerstädte. Das ist eine Partnerschaft mit Seltenheitswert - nur wenige deutsche Kommunen haben partnerschaftliche Beziehungen nach Serbien. Soeben war eine zwölfköpfige Delegation der Stadt Kirchheim in Bacčki Petrovac zu Gast.

Höhepunkt der Reise: die Unterzeichnung einer Partnerschaft im Ratssaal der Gemeinde. In dieser Vereinbarung verpflichten sich die beiden Kommunen, den Austausch ihrer Einwohner zu fördern. Speziell in den Bereichen Bildung, Sport, Kultur und Wirtschaft sollen Begegnungen entstehen. Die Vereinbarung ist jedoch nicht allein eine Brücke zwischen zwei Orten, sondern auch eine Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft.

Die Partnerschaft geht auf die Initiative der Heimatortsgemeinschaft (HOG) Bulkes zurück. Rund 40 Bulkeser waren gleichzeitig auf einer Heimatreise und bei der Unterzeichnung dabei. Wilhelm Bauderer, Vorsitzender der HOG Bulkes, ist begeistert: „Unsere Patenstadt unternimmt mit dem Partnerschaftsabkommen einen historischen und zukunftsweisenden Schritt.“ Auch Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker betonte in ihrer Rede: „Die ehemaligen Bewohner von Bacčki Maglić sind diejenigen, die Grenzen und Gräben zwischen den deutschen und dem serbischen Volk überwinden und überwunden haben.“ Die dritte Städtepartnerschaft versteht sie als Beitrag für Frieden und Völkerverständigung. Jedoch ist sie sich sicher: „Was im Kleinen nicht gelingt, kann im Großen nicht funktionieren.“ Dies sieht auch ihr serbischer Amtskollege Srđan Simič so.

Dass auch die große Politik weitere Schritte der Aussöhnung geht, durfte die Delegation live erleben. Viele Jahre bemühte sich der Bundesverband der Donauschwaben um die Errichtung einer Gedenkstätte im nahegelegenen Bacčki Jarak. Im Konzentrationslager Jarek waren bis zu 17 000 Menschen untergebracht, von denen rund 7 000 starben. Das Denkmal wurde vom serbischen Regierungschef Aleksandar Vučić vor den Augen der städtischen Delegation und der HOG Bulkes gesetzt.

Auch ein Gegenbesuch ist bereits geplant: Schon nächstes Jahr reist eine serbische Delegation in die Teckstadt. pm

Info Wer sich für die Partnerschaft interessiert, findet Infos unter der Nummer 0 70 21/50 22 80 oder per Mail an j.fiegenbaum@kirchheim-teck.de.

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