Kirchheim

Bald geht‘s für alle wieder in den „Kindi“ - aber wie?

Familie Die corona-bedingte Notbetreuung in den Kirchheimer Kindergärten bekommt gute Noten. Jetzt werden die Weichen für den Regelbetrieb gestellt. Von Irene Strifler

Zusammen spielen macht einfach mehr Spaß. Ab 29. Juni herrscht wieder mehr Leben in den Kindergärten.Symbolfoto: Jean-Luc Jacque
Zusammen spielen macht einfach mehr Spaß. Ab 29. Juni herrscht wieder mehr Leben in den Kindergärten. Symbolfoto: Jean-Luc Jacques

Eltern und Kinder atmen auf: Bald herrscht wieder „Regelbetrieb“ in Kirchheims Kindergärten. Das verheißt eine Mitteilung vom Land, die druckfrisch auf dem Rathaustisch liegt. - Eine erfreuliche Nachricht für die über 1700 Kinder, die in Kirchheim städtische und private Kindertagesstätten und Kindergärten besuchen. Doch das große „Aber“ folgt auf dem Fuß.

Was „Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen“ bedeutet, das erläuterte Sachbereichsleiterin Monika Voltmann jetzt den Stadträten. Natürlich müssen nicht nur zunächst die Hygienevoraussetzungen in allen Einrichtungen bis ins Detail stimmen und dem Vollbetrieb gewachsen sein. Auch die Personalplanung wird unter die Lupe genommen. Allerdings scheint die Zahl der Erzieherinnen im Risiko-Alter unter dem Landesdurchschnitt zu liegen, wie Oberbürgermeister Dr. Pascal Bader mitteilte. Er rechne mit maximal zehn Prozent. Damit sei Regelbetrieb voraussichtlich wieder möglich.

Was für den Alltag der Kindergartenbesucher noch entscheidender ist: Auch pädagogische Konzepte und eingespielte Abläufe müssen hinterfragt werden. Das bedeutet einiges an Umstellung. Zum Beispiel ist es undenkbar, dass viele Eltern ihren Nachwuchs zur gleichen Zeit in den Kindi bringen. Abstand ist auch hier wichtig, und Monika Voltmann ließ keinen Zweifel am wichtigsten Ziel: dem Schutz der Gesundheit.

Der Übergang zum Regelbetrieb stellt die Kindergärten erneut vor große Aufgaben. Für das bisherige Krisenmanagement gab‘s großes Lob nicht nur auf Kreisebene, sondern auch im Ratsrund. Am 17. März endete urplötzlich der reguläre Kindergartenbetrieb, nur Ausnahmefälle fanden in der Notbetreuung Aufnahme. Diese Notbetreuung wurde allerdings seither zweimal erweitert. Mittlerweile sind so gut wie alle Einrichtungen wieder offen. Allerdings dürfen derzeit nur maximal 50 Prozent der jeweils vorgesehenen Plätze auch belegt werden. - Eine logistische Herausforderung.

Quer durch alle Fraktionen lobten die Stadträte die Bemühungen des Teams um Michaela Göhler-Bald, die die Abteilung Bildung in Kirchheim leitet, und attestierten der Stadt, dass die Notbetreuung weitgehend reibungslos funktioniert habe. Dass dennoch nicht alle Eltern immer zufriedengestellt werden konnten, räumte Monika Voltmann durchaus ein. Vor Ort konnte nicht etwa auf eine Blaupause zurückgegriffen werden, sondern die Betreuung musste den jeweiligen Räumlichkeiten und Bedingungen angepasst werden. Da gab es durchaus auch Kopfschütteln in Elternkreisen, die mitunter mehr Spielraum für Flexibilität gesehen haben. Ihrer Ansicht nach hätte etwa die Möglichkeit, sich einen Betreuungsplatz nach Wochentagen zu teilen, das Angebot entscheidend vergrößern können.

31 Anträge wurden abgelehnt

Nur für 31 Kinder mussten die Anträge auf Notbetreuung abgelehnt werden, wie die Verantwortlichen der Kirchheimer Verwaltung mitteilten. Meist waren die Antragsteller, also die Eltern, nicht in Berufen tätig, die der Gesetzgeber als systemrelevant eingestuft hat. 692 Anträge wurden insgesamt gestellt. 585 Kinder konnten bislang aufgenommen werden, darunter 123 Mädchen und Jungen unter drei Jahren und 462 ältere. Einige Anträge sind derzeit in Bearbeitung, bei manchem wurden nicht alle benötigten Unterlagen eingereicht. Auf Härtefälle wurde nach Möglichkeit Rücksicht genommen: Mithilfe des pädagogischen Personals konnten nach „kritischer, aber wohlwollender“ Prüfung für etwa 20 Kinder mit familiären Problemen unbürokratisch Betreuungsplätze geschaffen werden.ist

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