Kirchheim

Beethoven als modernes Crossover

Konzert Der Zither- und Akkordeonverein Kirchheim spielt in der Thomaskirche.

Das Akkordeonorchester begeistert die Besucher. Foto: privat
Das Akkordeonorchester begeistert die Besucher. Foto: privat

Kirchheim. Das Akkordeonorchester unter der Leitung von Claudia Petrow eröffnete den Konzertabend in der Kirchheimer Thomaskirche mit dem hymnenartigen „Concerto d‘Amore“ von Jacob de Haan, das sich vom Poprhythmus über einen seichten Zwischenteil zum Swing verwandelte, ehe es majestätisch endete.

Jasmin Reimann, die im Orchester die Keyboardstimme spielt, beeindruckte nach der Begrüßung durch Martin Moll bei ihrem ersten Soloauftritt am Klavier mit der Filmmusik zu „La La Land“. Der Film hatte zwei Millionen Zuschauer in die Kinos gelockt. Das Jugendensemble mit Dirigentin Claudia Petrow begann seinen Vortrag dann mit „Bossa für Anna Lena“ von Michael van Boxel, bei dem die brasilianisch anmutende Melodie durch verschiedene Stimmen wanderte. Die „Pop Collection“ von Jürgen Schmieder bestach mit Rhythmen im Disco-Beat. Das Stück „It‘s Rocktime“ von Luigi Palermo begann wie eine klassische Fuge, wandelte sich nach wenigen Takten zu Rockmusik.

Zu einem Akkordeon-Duo hatten sich die beiden besten Spieler des Vereins zusammengetan. Der Stimmführer der ersten Stimme, Rainer Lay, und die Dirigentin Claudia Petrow gaben in „Tanti Anni Prima“ von Astor Piazzolla der Liebe zu ihrem Instrument Ausdruck, die größer nicht sein könnte. Mit dem „Mango Tango“ gelang den beiden ein weiterer eindrucksvoller Vortrag.

Nach der Pause trug das Akkordeonorchester mit seiner Dirigentin Claudia Petrow „Seven Songs of Joy“ von Wolfgang Ruß vor, das Beethovens „Ode an die Freude“ in diversen Stilrichtungen als Crossover verarbeitete. Zu „Para una Despedida“ von Matthias Anton und Hans-Günther Kölz spielte Tim Eisele leidenschaftlich das Saxofonsolo und sorgte für Ergriffenheit im Publikum. Mit dem „Tango Appassionado“ war es dem Komponisten Thomas Ott gelungen, einen Tango Nuevo im Stile Piazzollas zu schreiben. Bei „Englishman in New York“ von Sting gefiel vor allem eine Percussion-Einlage der gesamten Orchesterspieler, bei der sie die Oberfläche ihrer Akkordeons rhythmisch bearbeiteten. Das Publikum verlangte nach der abschließenden „Rocking Affair“ von Harald Winkler noch eine Zugabe, ehe die Musiker den Balg ihrer Instrumente schließen durften. sr

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