Kirchheim

Ben Hur treibt seine Pferde durch Kirchheims Altstadtgassen

Großes Kino: Beim Deutschland-Start des Monumentalfilm-Remakes mischt auch das Sommernachtskino auf dem Martinskirchplatz kräftig mit

Ben Hur treibt seine Pferde durch Kirchheims Altstadtgassen
Ben Hur treibt seine Pferde durch Kirchheims Altstadtgassen

Kirchheim. „Ben Hur“ ist der Inbegriff des Monumentalfilms. Fast jeder hat den Spielfilm von 1959 mit Charlton Heston in der Titelrolle

Andreas Volz

schon einmal gesehen. Die elf Oscars, die der Film damals bekommen hat, sprechen ebenfalls für sich. Bis heute ist diese Bestmarke allenfalls erreicht, aber nicht übertroffen worden. „Ben Hur“ ist also auch der Inbegriff von „Hollywood“ und „großem Kino“.

„Großes Kino“ ist genau das, was Reimund Fischer als Motto für das Sommernachtskino in Kirchheim ausgegeben hat. Was liegt also näher, als Hollywood nach Kirchheim zu holen? Zwar war es bis jetzt nicht üblich, das Freiluftkino an der Martinskirche mit alten Schmachtfetzen zu bestücken. Aber zum Glück ist das auch gar nicht nötig, denn es gibt ein aktuelles Remake von „Ben Hur“: Letzte Woche ist die Neuverfilmung in den USA angelaufen. Am 1. September ist Deutschland-Start.

Und mit dabei ist Kirchheim!

„,Ben Hur‘ hat sich Kirchheim ausgesucht“, jubelt Reimund Fischer, der allgegenwärtige „Macher“ des Kirchheimer Sommernachtskinos. Und er hat allen Grund zur Freude, denn „normalerweise ist so ein Film erst einmal für die Open Airs gesperrt“. Zunächst soll ein solcher Streifen, von dem sich die Produzenten und die Filmverleiher einen überwältigenden Zuschauerandrang versprechen, über Tage und Wochen hinweg in den ganz großen Kinos der Republik gezeigt werden. Erst einige Zeit nach dem Deutschland-Start folgen dann die kleineren Kinos. Ein anderer Grund, warum Open-Air-Kinos nicht gleich zum Zug kommen können, liegt in der frühzeitigen Planung. Schon lange vor Sommerbeginn müssen die Organisatoren ihr Film-Programm „festklopfen“.

Ganz anders ist das neuerdings in Kirchheim: Reimund Fischer und sein Team halten sich ganz bewusst ein Hintertürchen offen – den Joker „Best of Summer“. Letztes Jahr kam es so zur Premiere von „Schmidts Katze“. Und dieses Jahr kommt eben das ganz große Hollywood nach Kirchheim, mit dem neuen „Ben Hur“. Im Gegensatz zu „Schmidts Katze“ ist zwar nicht damit zu rechnen, dass am 1. September auch gleich der Regisseur oder einer der Schauspieler hier aufkreuzt. Aber die letztjährige Premiere war sicher eine wichtige Referenz, mit der das Kirchheimer Sommernachtskino auch beim Buhlen um „Ben Hur“ punkten konnte.

Immerhin bietet der Martinskirch­platz „großes Kino“ –  selbst quantitativ, mit bis zu tausend Sitzplätzen. „Der Filmverleih rechnet mit einem ausverkauften ,Haus‘, und wir auch“, sagt Reimund Fischer. „Wenn ,Ben Hur‘ auf unserer großen Leinwand an der Martinskirche läuft, dann kriegen die Zuschauer doch das Gefühl, dass die Wagenlenker ihre Pferde direkt durch die Kirchheimer Altstadtgassen treiben.“ Er geht davon aus, „dass wir als einziges Open-Air-Kino in ganz Süddeutschland diesen Film im Programm haben“, und freut sich schon selbst auf den Kinoabend am Donnerstag, 1. September.

Was noch besser ist: Seine App sagt für den ersten Septembertag gutes Wetter und Temperaturen um die 24 Grad Celsius voraus. Bleibt also nur zu hoffen, dass der Erfolg von „Ben Hur“ 2016 im Sommernachtskino so nachhaltig ausfällt wie der Erfolg der Romanvorlage von Lew Wallace: Laut Wikipedia war das Buch im 19. Jahrhundert das meistgedruckte nach der Bibel. Weil das Buch erst 1880 erschienen ist, blieben für diesen Erfolg gerade mal 20 Jahre. Und falls sich jemand am Remake stören sollte: Der „Ben Hur“-Inbegriff von 1959 war seinerseits bereits die dritte Verfilmung des Erfolgsromans.

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