Kirchheim

Beratung per Mausklick

Dienstleistung Die Kirchheimer Beraterin des Lohnsteuerhilfevereins Fuldatal Diana Bothe bietet ihren Kunden seit Kurzem die Möglichkeit der Videoberatung. Von Katja Eisenhardt

Videoberatungen können das Vor-Ort-Beratungsgespräch ergänzen. Diana Bothe schätzt dennoch auch weiterhin den persönlichen Konta
Videoberatungen können das Vor-Ort-Beratungsgespräch ergänzen. Diana Bothe schätzt dennoch auch weiterhin den persönlichen Kontakt.Foto: Katja Eisenhardt

Ob Steuererklärung, Bankgeschäfte oder gar die Sprechstunde beim Arzt - Videoberatung ist längst keine Zukunftsmusik mehr. Zwar ist sie in manchen Sparten wie etwa bei den Banken bereits verbreiteter als in anderen, dennoch springen nach und nach immer mehr auf den „Arbeitswelt 4.0“-Zug auf. So auch die Kirchheimer Expertin für Einkommen und Lohnsteuerrecht Diana Bothe.

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Seit kurzem können sich ihre Mandanten zusätzlich zur persönlichen Vor-Ort-Beratung in ihrem Büro auch online mittels Videochat beraten lassen. Diana Bothe nutzt dafür ein speziell für solche Zwecke entwickeltes Softwareprogramm, das einen hohen Schutz der persönlichen Daten gewährleistet. „Vergleichbar mit dem Online-Banking. Das Programm ist so sicher, wie es nach aktuellen Standards sein kann“, betont sie. Eine Beratung via Skype würde sie dagegen nicht empfehlen.

Nach den ersten Wochen überzeugt

Sie selbst ist bereits nach den ersten Wochen überzeugt von der neuen Möglichkeit: „Durch das Programm wird eine persönliche Beratung möglich, völlig unabhängig davon, wo sich der Kunde gerade aufhält. Ob er verreist ist, den Wohnort gewechselt hat, aber dennoch den Steuerberater nicht wechseln möchte, ob er nicht mehr so mobil ist, es aufgrund von langen Arbeitszeiten nicht zu meinen Bürosprechzeiten schafft oder für die Kinder kein Babysitter gefunden werden konnte“, zählt Diana Bothe einige Beispiele auf, für die die Videoberatung praktische Abhilfe schaffen kann. „Ich möchte mit der Zeit gehen und habe überlegt, was ich meinen Kunden noch anbieten könnte, das ihnen das Leben erleichtert.“ Der Lohnsteuerhilfeverein Fuldatal, dem sie angehört, habe nach vorheriger Information über das Programm eine Testphase gestartet.

Diana Bothe betreut eine der bundesweit verteilten Beratungsstellen, die mit von der Partie ist. „Das funktioniert allerdings so gut, dass ich davon ausgehe, dass das fest eingeführt wird.“ Zumal sie aktuell plane, eine zweite Beratungsstelle in Norddeutschland zu eröffnen. „Zwar werde ich da immer wieder auch persönlich vor Ort sein, in der restlichen Zeit ist dann zusätzlich die Beratung per Video möglich.“

Wie funktioniert's eigentlich?

Doch wie funktioniert das Ganze? Grundlage ist der Internetzugang, egal ob via PC, Tablet oder Smartphone. Der Mandant, der sich für die Beratung via Video entscheidet, bekommt einen Link, und, wenn er möchte, sein persönliches Kundenkonto. „In dieses kann er unter anderem sämtliche für die Steuererklärung relevanten Belege hochladen, die ich dann mittels der Mandantennummer bei mir am Computer abrufen kann.“ erklärt Diana Bothe. Hierfür würden sehr hohe Sicherheitsstandards gelten. Er kann die Belege auch verschlüsselt via E-Mail senden. Das Beratungsprotokoll für die Steuererklärung, das während des Videochats gemeinsam durchgegangen und ausgefüllt wird, umfasst zehn Seiten und wird parallel dem Mandanten und der Beraterin auf dem Bildschirm angezeigt. Zusammen mit den notwendigen Belegen habe Bothe dann alle relevanten Unterlagen, um die Steuererklärung anzufertigen.

Bevor die Videoberatung gestartet werden kann, erhält der Mandant von ihr die entsprechende Sitzungsnummer und ein Passwort, dann wird der Beratungsbildschirm an beiden Rechnern frei geschalten.

Diana Bothes Mann dient an diesem Tag als Versuchskaninchen, um die Funktion des Programms zu demonstrieren. Problemlos starten beide in ihren jeweiligen Büros das Beratungsprogramm, kommunizieren dann inklusive Bildübertragung via Headset und Telefon miteinander und gehen das gängige Beratungsprotokoll am Bildschirm miteinander durch. Die persönliche Note des Beratungsgesprächs sieht Diana Bothe auch bei der Videoberatung nach wie vor gegeben. „Natürlich hoffe ich, dass die Mandanten trotz dieser neuen Option auch weiterhin persönlich zu mir ins Büro kommen und man sich nicht nur ausschließlich online unterhält.“