Kirchheim

Bewerbungs-Mails legen Firmen lahm

Kriminalität Mit einem fiesen Trojaner verseuchte E-Mails erscheinen derzeit vermehrt bei Firmen in der Region. Dabei kann ein harmloser Klick auf einen Anhang, der einen Lebenslauf beinhalten soll, fatale Folgen haben.

In scheinbar harmlosen E-Mails können sich schädliche Trojaner verstecken. Foto: Jean-Luc Jacques
In scheinbar harmlosen E-Mails können sich schädliche Trojaner verstecken. Foto: Jean-Luc Jacques

Nach mehreren Angriffen auf Firmencomputer und -netzwerke warnen die Spezialisten für Cyberkriminalität des Polizeipräsidiums Reutlingen vor betrügerischen Bewerbungs-E-Mails, die mit Schadsoftware infiziert sind. So gingen beispielsweise, als Bewerbungsunterlagen eines Rolf Drescher getarnt, solche E-Mails bei Firmen und Betrieben in Kirchheim, Bad Urach, Bempflingen und Ammerbuch ein. Im Anhang befand sich eine als Exelliste getarnte Datei. In der Bewerbung wurde der Leser dazu aufgefordert, den Anhang, einen angeblichen Lebenslauf, zu öffnen. Beim Klicken auf diese Datei wurden in Sekundenbruchteilen nicht nur der betroffene Computer, sondern auch die Server und Firmennetzwerke von der Schadsoftware infiziert. Dabei verschlüsselt die Software nach und nach sämtliche Dateien im Netzwerk.

Nachfolgend erscheint dann auf dem Bildschirm ein Erpresserschreiben mit Links zu entsprechenden Forderungen. Für den Fall, dass die Forderungen nicht erfüllt werden, drohen die Täter damit, dass die ganze EDV-Struktur zerstört und die Firmendaten verschlüsselt bleiben. In den Fällen, die der Polizei bekannt sind, sind die Betroffenen nicht auf die Forderung eingegangen und haben nichts bezahlt. Der bislang bekannte Schaden durch Datenverlust, Netzwerk- und Betriebsausfall und den administrativen Aufwand zur Behebung des Problems durch IT-Spezialisten wird allein bei einer der betroffenen Firmen auf mindestens 15 000 Euro beziffert.

Der bislang entstandene Gesamtschaden kann noch nicht geschätzt werden. Er dürfte aber um ein Vielfaches höher sein. Bei dieser derzeit vermehrt auftretenden Schadsoftware handelt es sich um einen Trojaner namens „Golden­eye“. Dieser wird als vorgetäuschte Bewerbung an Betriebe gesandt, die tatsächlich Personal einstellen wollen. Die Bewerbungen und die E‑Mails sind jeweils in perfektem Deutsch geschrieben.lp

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