Kirchheim

Bildung kann die Welt verändern

Projekt Digitalisierung, Klimawandel oder extreme Armut sind große Herausforderungen: Das Seminar in Kirchheim veranstaltet eine Woche zum Thema „Bildung für Nachhaltige Entwicklung“. Von Cara Döhlemann

Eine Anwärterin des Seminars legt ihre mitgebrachte Schokolade beim Workshop „Fair Trade“ auf die Weltkarte. Foto: Carsten Riedl
Eine Anwärterin des Seminars legt ihre mitgebrachte Schokolade beim Workshop „Fair Trade“ auf die Weltkarte. Foto: Carsten Riedl

Eine riesige Weltkarte liegt auf dem Boden der Kirchheimer Schlosskapelle. Anwärterinnen und Anwärter des Seminars für Ausbildung und Fortbildung der Lehrkräfte (SAF) in Kirchheim sitzen im Halbkreis um die Karte und platzieren ihre mitgebrachten Lebensmittel auf den entsprechenden Ländern. Sie symbolisieren die zentralen Fragen des Workshops: Wo kommen Lebensmittel her und wie funktioniert fairer Handel? Der Kurs gehört zur Projektwoche zum Thema Nachhaltigkeit an der SAF. „Ziel der Nachhaltigkeitswoche ist es, die angehenden Lehrkräfte in das Thema Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) einzuführen“, erklärt Seminarleiterin Ute Recknagel-Saller.

Seminar trägt Verantwortung

BNE ist ein Weltaktionsprogramm, dass 2015 von der Unesco ins Leben gerufen wurde. Absicht der Bildungskampagne ist es, dass bis 2030 alle Lernenden und somit auch Lehrende die notwendigen Kenntnisse und Qualifikationen zur Förderung der nachhaltigen Entwicklung erwerben.BNE möchte Menschen in die Lage versetzen, ihr eigenes Handeln in globalen Zusammenhängen zu betrachten und verantwortungsvolle Entscheidungen für eine nachhaltige Gegenwart und Zukunft zu treffen. „Die Leitperspektive ,Bildung für Nachhaltige Entwicklung‘ ist seit 2016 fest im Bildungsplan der Schulen in Baden-Württemberg verankert. Deshalb wollen wir als Ausbildungsseminar dafür Verantwortung tragen und sind seit drei Jahren Teil von BNE“, sagt die Seminarleiterin. Das Seminar hat im Netzwerk der Unesco aktuell einen ersten Status als „Interessierte Schule“. „Nachhaltige Entwicklung wird in unserer Ausbildung in den Mittelpunkt gestellt. Wir haben sogar eine BNE-AG gegründet“, berichtet Klaus Buck der Stellvertretende Seminarleiter. Durch die vielseitigen Projekte und Aktionen wurde das Seminar 2019 als „Lernort mit Auszeichnung“ von der deutschen Unesco-Kommission ausgezeichnet. Ein großes Projekt des Seminars war unter anderem die Einführung der Mehrwegbecher am Seminar in Kirchheim. „Es war unser erstes BNE-Projekt. Hierbei war sogar Kultusministerin Susanne Eisenmann zu Gast“, erzählt Ute Recknagel-Saller, die den Becher in den Händen hält.

Jetzt hat sich die Kirchheimer Bildungseinrichtung für den nächsten Status beworben und möchte zur „Mitarbeitenden Schule“ bei Unesco werden. Deshalb hat sich die Landeskoordinatorin Monika Betsch aus Freiburg bei der Projektwoche ein Bild von der nachhaltigen Bildung am Seminar gemacht. „Unser Traum wäre es natürlich, irgendwann ,Anerkannte Unesco-Schule‘ zu werden“, sagt Klaus Buck.

Info Das SAF bietet Quereinsteigern die Möglichkeit zu einer dreijährigen Ausbildung zur Fachlehrkraft in musisch-technischen Fächern für den Schuldienst in Baden-Württemberg. Um die Anwärterinnen und Anwärter für den zukünftigen Schulalltag zu schulen und zu inspirieren, bietet das Seminar zahlreich kreative Kurse und Praktika an. „Der Schule ist es wichtig, den angehenden Fachlehrerinnen und Fachlehrern zu zeigen, was sie mit ihren zukünftigen Schülerinnen und Schülern im Unterricht machen können und was es für Möglichkeiten gibt, unsere Welt nachhaltiger zu gestalten. Das können sie am Besten durch eigens erlernte Erfahrung weitergeben“, betont Ute Recknagel-Saller.

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