Kirchheim

Bitteres Ende

Selbstversuch: Hannah Henrici wagt sich an geröstete Grillen.

Insekten als Snack, Grillen zum Essen
Insekten als Snack, Grillen zum Essen

Auf die Frage, wo genau die Insektensnacks stehen, wirkt die Supermarkt-Mitarbeiterin erst mal etwas überrumpelt. Nach einigem Überlegen führt sie mich zu dem Regal, in dem irgendwo versteckt neben süd­amerikanischen Spezialitäten geröstete Grillen und Mehlwürmer zu finden sind. Auf den ers­ten Blick sehen sie ganz ansprechend aus. Abschreckend ist eher der Preis.

Vor dem Probieren mischen sich in meine Neugier einige Bedenken. Ist mein Snack eher lecker oder eklig? Und vor allem: Wie ist die Konsistenz?

In der Redaktion ist das Interesse groß. An den Geschmacks- test wagt sich die Runde aber nur zögerlich. Die junge Kollegin hat sich schon in Thailand an frittierten Schaben versucht. Ihre Schilderungen von der Riesengrille, die sie dort verspeist hat, wirken eher abschreckend. Immerhin: Die Grillen aus der Supermarkt-Packung riechen fein, dank Barbecue-Gewürz. Geschmacklich erinnern sie an Nüsse. Allen schmeckt es ­besser als im Vorfeld gemutmaßt. Allerdings dämpfen der leicht ­bittere Nachgeschmack und die Tat­sache, dass die Insektenflügel zwischen den Zähnen hängenbleiben, die Begeisterung.

Was bleibt, ist das Gefühl, sich eigentlich an Geschmack und Konsistenz gewöhnen zu können. - Allerdings gammelt die angefangene Packung seither im Küchenschrank vor sich hin.

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