Kirchheim

Bürger nutzen den Dialog mit den Verkehrsexperten

Die Möglichkeit zum Dialog mit den Verkehrsexperten der Grünen-Fraktion im baden-württembergischen Landtag nahmen die Bürger gerne an. Das Stimmengewirr im Alten Gemeindehaus war beredtes Zeugnis der vielen Einzelgespräche. Zwar wurde der Verkehrsminister vermisst, doch kompetente Antworten gab es von den sechs Mitgliedern des Verkehrsausschusses. Die Belastung durch den Verkehrslärm wurde ebenso thematisiert wie die durch den Feinstaub. Dabei wurden Lösungsvorschläge unterbreitet, wie bestimmte Situationen vor Ort verbessert werden können. In Lindorf etwa bringt nach Ansicht der Anwohner die dünne Lärmschutzscheibe an der Autobahn nichts. Die Wendlinger Kurve wurde ebenfalls angesprochen. Für Daniel Renkonen, Abgeordneter aus Ludwigsburg für den Wahlkreis Bietigheim-Bissingen, kommt nur die zweigleisige Variante infrage. Das würde rund neun Millionen Euro Mehrkosten verursachen - im Vergleich zum Gesamtetat ein Klacks. Wendlingen ist ein Nadelöhr. Auf der Schiene läuft der Nah- und Fernverkehr sowie auch Güterzüge. „Wenn hier nicht zweigleisig ausgebaut wird, haben wir ein Riesenproblem“, ist Daniel Renkonen überzeugt. Die Finanzierung für Stuttgart 21 - Gegner verteilten vor dem Gemeindehaus Infomaterial - interessierte ebenfalls. Von einer Salamitaktik der Bahn war die Rede, ebenso von mangelnder Kostentransparenz und Offenheit. „Wir kommen der Bahn nicht entgegen. Es gibt nicht mehr Geld vom Land, der Kostendeckel gilt“, stellte der Verkehrsexperte klar, denn schließlich sei die Bahn der Bauherr. „Zur Not muss der Bund das Geld zuschießen“, sagte Daniel Renkonen, der die ICE-Neubaustrecke für sinnvoll hält. So ist man schneller von Stuttgart in München und kann mit dem Flugzeug konkurrieren. Die Nachfolge des zurückgetretenen Bahnchefs Grube war ebenfalls Gesprächsthema. Dabei fiel immer wieder der Name Ronald Pofalla. Der CDU-Politiker war bei Angela Merkel unter anderem Chef des Bundeskanzleramts und ist aktuell Vorstandsmitglied bei der Bahn. „Wenn es nicht schnell eine Nachfolgeregelung gibt, fällt das auf Merkel und Verkehrsminister Dobrindt zurück“, erklärte MdB Gastel. ih


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