Kirchheim

BUND fordert eine schnelle Umsetzung des Tempolimits

Verkehr Die Ortsgruppe Kirchheim möchte Tempo 100 auf der A8, um Klima und Menschen zu schützen.

Ein Tempolimit auf Autobahnen sind immer wieder in der Diskussion. Symbolbild

Kirchheim. Die Arbeitsgruppe Lärm der BUND-Ortsgruppe Kirchheim nimmt den Tag der sozial- und klimagerechten Mobilitätswende zum Anlass, die Politik zum schnellen Handeln aufzurufen.

So wäre nach Meinung des BUND ein Tempolimit von 100 Kilometern pro Stunde auf der A8 sozial, da es es den Lärm mindere und somit zum Gesundheitsschutz beitrage. Die Lärmkarten der LUBW von 2017 zeigten, dass Bereiche des Nägelestals, Dettinger Wegs und von Lindorf tagsüber mit Lärmwerten von über 60 bis 65 Dezibel, nachts von über 55 bis 60 Dezibel liegen. Der Sachverständigenrat für Umweltfragen habe aber in seinem Sondergutachten von 2005 auf eine Belastungsschwelle von 45 Dezibel hingewiesen. Oberhalb dieser Schwelle seien Schlafstörungen und Aufwachreaktionen festzustellen. Hohe Lärmwerte könnten zu Stressreaktionen und auf die Dauer zu Bluthochdruck führen. Langfristig könnte dies Herz-Kreislauf-Erkrankungen zur Folge haben. Michael Jäcker, Vorsitzender des Arbeitsrings Lärm der deutschen Gesellschaft für Akustik, meint dazu: „Wenn jemand zehn Jahre an einer stark verkehrsbelasteten Straße wohnt, ist das Risiko, zu erkranken deutlich ausgeprägter.“ Geschwindigkeitsbeschränkungen von 100 Kilometern reduzierten die Spitzengeschwindigkeit einzelner deutlich und verringerten vor allem nachts gesundheitsschädliche Lärmspitzen.

Das Bundesverfassungsgericht hat jüngst angemahnt, dass die Gefahren des Klimawandels nicht auf die Zeit nach 2030 und damit zu Lasten der jüngeren Generationen verschoben werden dürfen. Nach Ansicht des BUND leide Baden-Württemberg bereits heute unter der Erderwärmung. Hitze und Trockenheit setzten der Natur und vor allem den Wäldern und Gewässern zu. Der Verbrauch fossiler Energie müsse gesenkt werden.

Dabei habe die Wende im Verkehrssektor noch nicht einmal begonnen, denn der durch den Verkehr verursachte Ausstoß von CO2 habe seit 1990 kontinuierlich zugenommen. Grund dafür seien die gestiegenen Motorleistungen, überhaupt mehr Fahrzeuge und mehr zurückgelegte Kilometer. Der BUND Kirchheim fordert deshalb die Politik zum schnellen Handeln auf. Es sei höchste Zeit für Maßnahmen auf allen Ebenen - auch im Verkehrssektor. Das Bundesamt für Umweltschutz habe 2020 festgestellt, dass die Einführung eines allgemeinen Tempolimits auf Autobahnen ein „kurzfristig realisierbarer, kostengünstiger und wirksamer Beitrag zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen des Verkehrs“ darstellt. Zudem würden die Verkehrssicherheit erhöht und die Lärm- und Schadstoffemissionen gemindert. Durch Autos und leichte Lieferwagen auf Autobahnen ausgestoßenes CO2 könne durch die Einführung eines generellen Tempolimits von 120 Kilometern um jährlich 2,6 Millionen Tonnen, bei 100 Kilometern sogar um 5,4 Millionen Tonnen gemindert werden.

Deshalb steht für den BUND fest, dass die Einführung einer Geschwindigkeitsbeschränkung auf Autobahnen die gesundheitsschädliche Lärmbelastungen mindere, klimagerecht sei und zudem kostenlos und schnell umsetzbar, so das Fazit des BUND Kirchheim. pr

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