Kirchheim

Corona hat viele Abläufe verbessert

Krisenmanagement In der Stadt Kirchheim soll manches erhalten bleiben, was zunächst einmal nur aus der Not geboren war.

Kirchheim. Die Stadt Kirchheim hat den Beginn der Coronakrise gut bewältigt, sagt Oberbürgermeister Pascal Bader. Einiges, was aus der Not heraus entstanden war, hat sich so gut bewährt, dass es beibehalten wird: „Homeoffice-Arbeitsplätze waren bei uns eher eine Seltenheit. Das hat aber gut funktioniert.“ Trotzdem gebe es auch Fälle, in denen die Telekommunikation an ihre Grenzen kommt: „Eine Gemeinderatssitzung per Video wird schwierig.“

Deswegen tagt der Gemeinderat jetzt auch in der Stadthalle: „Da können wir den nötigen Abstand einhalten.“ Eine Rückkehr in den Sitzungssaal des Rathauses ist so schnell nicht vorgesehen: „Alle Termine des Gemeinderats sind für dieses Jahr und sogar bis zu den Sommerferien 2021 in der Stadthalle reserviert.“ Wie lange das anhält, lässt sich derzeit aber nicht sagen. Das hängt auch von der weiteren Entwicklung ab, von Impfstoffen und Medikamenten.

Der Verwaltungsstab von etwa zehn Personen, die sich als Krisenmanager bewährt haben, sei das richtige Instrument gewesen, betont Pascal Bader: „So etwas braucht man in einer Ausnahmesituation. Je nach Thema haben wir den Stab auch um entsprechende Fachleute ergänzt.“ Ein solches Team kann und soll jederzeit wieder einberufen werden.

Was ebenfalls erhalten bleibt, sind die Terminreservierungen für Rathausbesuche: „Wenn jeder seinen Termin hat, läuft es viel entspannter.“ Eine weitere Verbesserung, die sich notgedrungen ergeben hat, sieht der Oberbürgermeister im Online-Verkauf von Freibad-Tickets: „Das ist eine gute Alternative zum Schalter. Am Eingang geht es schneller, wenn die Hälfte der Badegäste ihr Ticket schon mitbringt. Das soll so bleiben.“ Natürlich sei es schade, die Zahl der Besucher im Freibad beschränken zu müssen, um der Corona-Verordnung Genüge leisten zu können: „Aber wir müssen aufpassen, dass wir nicht noch einmal einen Hotspot bekommen.“

Bader warnt vor Nachlässigkeit

Deshalb habe die Stadt gemeinsam mit der Polizei auch das Geschehen an den Bürgerseen im Blick. Bei allem Verständnis dafür, dass Menschen den Sommer und die Ferien genießen wollen, warnt Pascal Bader doch vor zu großer Nachlässigkeit: „Abstand, Masken und Hygiene sind das A und O. Ich hoffe nicht, dass es zu einem zweiten Lockdown kommt. Aber das Risiko ist da - wenn zu viele Infizierte aus dem Urlaub zurückkehren.“ Er setzt in diesem Fall auf möglichst viele schnelle Tests. So solle auch vermieden werden, Schulen und Kindergärten erneut zu schließen. „Was wir auf jeden Fall brauchen, sind konsistente Regeln, die für alle gelten - und die jeder versteht.“ Andreas Volz

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