Kirchheim

Corona in Pflegeheimen nimmt zu

Pandemie Im Haus an der Teck in Dettingen sind 17 Bewohner in einem Wohnbereich an Covid-19 erkrankt und einzeln in Quarantäne. Betroffen sind auch sechs Mitarbeiter, die zu Hause bleiben müssen. Von Iris Häfner

Ein Wohnbereich im Haus an der Teck steht unter Quarantäne. Foto: Jean-Luc Jacques
Ein Wohnbereich im Haus an der Teck steht unter Quarantäne. Foto: Jean-Luc Jacques

Stimmen die Zahlen der mit Covid-19 infizierten Menschen oder stimmen sie nicht? EDV-Übertragungsprobleme sorgen derzeit im Landkreis Esslingen für Verwirrung. „Ohne Gewähr“ sei die aktuelle Zahl fügt Landratsamtssprecherin Andrea Wangner hinzu, als sie nach der aktuellen Zahl der infizierten Menschen gefragt wird, die derzeit im Landkreis Esslingen in Pflegeheimen leben oder arbeiten. Die Zahl steigt immer weiter an und lautet Stand gestrigem Mittwoch: Insgesamt 117 Bewohner und Mitarbeiter sind an Corona in zehn Einrichtungen erkrankt. Zahlen zu einzelnen Heimen nennt sie aus Datenschutzgründen nicht.

Eines der betroffenen Heime ist das Haus an der Teck in Dettingen. „17 Bewohner und sechs Mitarbeiter sind mit Covid-19 infiziert, wie ein PCR-Test ergeben hat“, sagt Alexandra Heizereder auf Nachfrage. Sie ist Pressesprecherin bei der Evangelischen Heimstiftung, zu der das Haus an der Teck gehört. Betroffen ist dort ein Wohnbereich. Die Bewohner sind für 14 Tage einzeln in Quarantäne, dürfen also keinen Besuch von Angehörigen oder Freunden empfangen. Die erkrankten Mitarbeiter sind in ihren eigenen vier Wänden in Isolation. „Das Gesundheitsamt ordnet das an, wir führen das in diesem Wohnbereich aus“, erklärt Alexandra Heizereder.

Die anderen Wohnbereiche sind von dieser Regelung nicht betroffen. Dort dürfen Angehörige die Senioren weiterhin besuchen. Seit Ende Oktober gilt in allen Pflegeheimen der Evangelischen Heimstiftung eine einheitliche Besuchsregelung, also auch im Haus im Lenninger Tal in Unterlenningen. „Man meldet sich für ein Zeitfenster an, und wir koordinieren dann die Besuchszeit. In einem 15-Personen-Wohnbereich dürfen gleichzeitig maximal fünf Besucher anwesend sein“, erläutert die Pressesprecherin. Die kommen in der Regel alleine, zwei Personen aus einem Haushalt dürfen aber gleichzeitig kommen.

Seit gestrigem Mittwoch werden in allen Einrichtungen der Evangelischen Heimstiftung an alle Besucher FFP  2-Masken ausgegeben. „Das ist eine Zusatzmaßnahme, den Schnelltest haben wir schon länger“, kann Alexandra Heizereder mit einer Neuerung aufwarten. In jeder Einrichtung gibt es kleine Teststationen, in denen die Schnelltests vier Tage in der Woche möglich sind, auch immer an einem Tag am Wochenende. „Das gibt zusätzliche Sicherheit. Einmal pro Woche gibt es außerdem eine Reihentestung, denn viele Infizierte zeigen keine Symptome“, begründet Alexandra Heizereder die Maßnahme.

Das EDV-Übertragungsproblem zieht über die Pflegeheime hinaus seine Kreise. „Die Gesamtzahl der angegebenen Infizierten beim Kreis stimmt mit unseren konkreten Meldungen des Gesundheitsamt erneut nicht überein“, erklärt Bissingens Bürgermeister Marcel Musolf auf Nachfrage. Die Seegemeinde war in den vergangenen Tagen laut den Darstellungen im landkreisweiten Dash­board „Spitzenreiter“ bezüglich des Inzidenzwerts. „Wir haben drei Altfälle von Oktober, weil keine Aufhebung der Quarantäne beantragt wurde, und 14 aktive Fälle. Die angegebenen 23 aktiven Fälle sind uns nicht plausibel. Bei 14 aktiven Fällen liegen wir bei rund 0,4 und nicht bei 0,67 - und somit im Mittelfeld der Zahlenskala“, führt Marcel Musolf aus.

Der Weg der Daten läuft zunächst von unten nach oben. Die Kommunen melden ihre Covid-19-Fälle dem Gesundheitsamt im Landratsamt Esslingen. Von dort werden sie wiederum dem Landesgesundheitsamt weitergemeldet, das alle Daten sammelt - und dann dem Landratsamt zur Veröffentlichung wieder zurückschickt. Irgendwo auf diesem verschlungenem Pfad hat sich ein EDV-Problem eingeschlichen.

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