Kirchheim

„Das Dorf soll Dorf bleiben“

Entwicklung In Nabern haben Ortschaftsrat und Bürger gemeinsam ein Konzept erarbeitet, um den Kirchheimer Teilort attraktiver zu machen. Von Thomas Krytzner

Der Generationenspielplatz am Bärsauweg nimmt Form an. Ortsvorsteher Ferdinand Truffner und Landschaftsplaner Thomas Frank sind
Der Generationenspielplatz am Bärsauweg nimmt Form an. Ortsvorsteher Ferdinand Truffner und Landschaftsplaner Thomas Frank sind mit dem Fortschritt zufrieden. Foto: Thomas Krytzner

Seit April 2016 haben sich Bürger und Ortschaftsrat in Nabern immer wieder getroffen, um ihr Dorf attraktiver und lebenswerter zu gestalten. In den acht Runden gab es unzählige Vorschläge, die es in das nun vorgestellte Konzept geschafft haben, andere wiederum mussten von Anfang an abgelehnt werden. Ortsvorsteher Ferdinand Truffner ist mit dem Resultat zufrieden. „Alle zogen an einem Strang.“ Gewundert hat sich der Ortschef, dass sich in der Planungsphase vor allem Bürger beteiligten, die im Dorf nicht in Vereinen organisiert sind. Das neue Konzept umfasst eine strategische Zeitplanung für die nächsten 20 Jahre. Die wichtigen Handlungsfelder werden aufgezeigt, und Fokusbereiche sind definiert. „Beim ersten Workshop waren 80 Bürger dabei und beim zweiten noch 50“, erinnert sich Truffner. Nun sind die Planungen beim Ortschaftsrat, und dieser kann jetzt die Haushaltsplanung für die verschiedenen Projekte diskutieren.

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Vogelschutz und Ortskern

Viel Platz für neue Konzepte gibt es in Nabern nicht. Da grenzt zum einen die Landebahn des Flugplatzes an den Ort, zum anderen gibt es ein Vogelschutzgebiet, in das nicht reingebaut werden darf. „Wir haben keine Grundstücke mehr zum Verkauf“, bedauert Ferdinand Truffner, „und die Bewohner der bestehenden Häuser werden älter. Zum Glück kommen junge Familien nach.“ Der Ortskern hat sich mittlerweile zur Gießnauhalle verlagert. „Das Leben im Dorf findet bei der Grundschule statt.“ Der Platz scheint auch ideal für Vereinsfeste zu sein. Der Zusammenbau der Grundschule mit dem Kindergartenneubau steht im Konzept an erster Stelle. „Die Kinderzahl ist gleichbleibend“, sagt der Ortschef und vermutet, „im Dorf können Kinder einfacher aufwachsen, und das soziale Umfeld ist gesichert.“ In Nabern gibt es viele aktive Vereine, allen voran der Tischtennisclub. Nicht zuletzt wird die Gießnauhalle auch „Grüne Hölle“ genannt. Damit die Jugendlichen sicher zur neuen Ortsmitte kommen, soll rasch eine sichere Überquerung der Hauptstraße mittels Ampel garantiert werden.

Den Charakter erhalten

Am Erscheinungsbild wollen die Naberner in den nächsten Jahren einiges ändern. Die vielen alten Bauernhäuser sollen erhalten bleiben, „aber einige sind renovierungsbedürftig.“ Hier muss mit den Eigentümern gesprochen werden. Den finanziellen Anreiz liefern Zuschüsse von der Gemeinde, wenn ein Gebäude saniert wird. Auch der örtliche Bach soll mehr Aufmerksamkeit bekommen. „Der Gießnaubach wird kaum wahrgenommen. Wir wollen den Zugang schaffen“, freut sich Truffner.

Der alte Ortskern um das Backhaus soll aufgewertet werden. „Eventuell mit einem mobilen Kiosk“, überlegt sich der Ortschef. Er will auch das Rathaus und die Umgebung bei der Zehntscheuer offener gestalten. Dies entspricht dem Wunsch vieler Bürger. Pläne haben Ortschef Truffner und die Bürger genug. Da stehen auch die Gestaltung des Vorplatzes beim Friedhof sowie die Arrondierung von Wohnbauland im Quartier „Hinter der Wette“ zur Diskussion. Beim Generationenspielplatz am Bärsauweg stehen schon die meisten Spielgeräte. Dazu kommt, wie Ferdinand Truffner erklärt, eine Boule-Bahn. „Die Kugeln können im Rathaus ausgeliehen werden.“ Die Abnahme durch den TÜV steht kurz bevor.

Info Die Entwicklungskonzepte sind in einer Broschüre zusammengefasst. Sie kann im Rathaus abgeholt werden. Im Internet ist das Konzept unter www.kirchheim-teck.de abrufbar.

Ort: Generationenspielplatz BärsauwegLinks: Thomas Frank, LandschaftsplanerRechts: BM Ferdinand Truffner
Ort: Generationenspielplatz BärsauwegLinks: Thomas Frank, LandschaftsplanerRechts: BM Ferdinand Truffner
Der Generationenspielplatz am Bärsauweg nimmt Form an. Ortsvorsteher Ferdinand Truffner und Landschaftsplaner Thomas Frank sind
Der Generationenspielplatz am Bärsauweg nimmt Form an. Ortsvorsteher Ferdinand Truffner und Landschaftsplaner Thomas Frank sind mit dem Fortschritt zufrieden. Foto: Thomas Krytzner

Die wichtigsten Schritte der Ortsentwicklung

Der Leitfaden für den Kirchheimer Teilort am Fuße der Teck steht. Am 26. Juli hat der Kirchheimer Gemeinderat das Konzept bereits beschlossen. Nun ist der Ortschaftsrat in Nabern gefragt, die verschiedenen konkreten Projekte zu starten.

Der Neubau des Kindergartens steht an erster Stelle. Die Planung ist abgeschlossen. Wenn der Ortschaftsrat die Finanzierung durchwinkt, soll das neue Gebäude für die Vorschulkinder direkt an die Grundschule angebaut werden. Rund vier Millionen Euro dürfte das Vorhaben insgesamt kosten.

Im Ortskern wird das Sanierungsgebiet in Angriff genommen. Die alten, teilweise baufälligen Häuser sollen saniert werden. Gemäß Ortschef Ferdinand Truffner stehen diese teilweise alten Fachwerkhäuser nicht unter Denkmalschutz. Damit sind Zuschüsse vom Land Baden-Württemberg also dringend nötig.

Der Spielplatz der Generationen am Bärsauweg gehört auch zum Konzept und ist schon fast komplett an die Bevölkerung übergeben. Einige Geräte sowie der Boule-Platz müssen aber vom TÜV noch abgenommen werden. Aber schon jetzt können sich die Kinder dort austoben.kry