Kirchheim

Das Freibad macht Mitte Juni auf

Notprogramm In Kirchheim soll die Badesaison in gut zwei Wochen starten. Vereinssportler dürfen schon eine Woche vorher wieder ins Wasser. Unklar sind bislang noch die corona-bedingten Auflagen. Von Andreas Volz

Noch ist das Schwimmerbecken im Kirchheimer Freibad trockengelegt. Ab 8. Juni dürfen Vereine dort wieder ihr Training aufnehmen.
Noch ist das Schwimmerbecken im Kirchheimer Freibad trockengelegt. Ab 8. Juni dürfen Vereine dort wieder ihr Training aufnehmen. Foto: Carsten Riedl

Wenn das Freibad erst Mitte Juni aufmacht, muss das an großen Umbauarbeiten oder an ei­ner gewaltigen Panne liegen. Umbauten gab es in den vergangenen Jahren im Kirchheimer Freibad durchaus - und der eine oder andere Nutzer mag die Verzögerungen, zu denen es dabei kam, sogar als Panne wahrgenommen haben. Aber dieses Jahr ist alles anders: Der Umbau betrifft alle Gesellschaften weltweit - und die „Panne“, die das verursacht hat, hört auf den Namen „Corona“.

Per Corona-Verordnung war der Betrieb von Schwimmbädern - im Freien und erst recht in Hallen - eigentlich bis 14. Juni verboten in Baden-Württemberg. Vorgestern hieß es aus dem Hause von Justiz- und Tourismusminister Guido Wolf, dass Bäder bereits am 6. Juni langsam wieder öffnen dürfen. „Langsam“ ist dabei das entscheidende Stichwort, denn nicht immer geht alles so schnell, wie manche es gerne haben würden. Das gilt insbesondere für einen Freibadbetrieb, der vor dem Saisonstart einen erheblichen Vorlauf benötigt, wie Kirchheims Stadtwerke-Chef Martin Zimmert regelmäßig ausführt. Es genügt keinesfalls, jemanden ans Kassenhäuschen zu setzen und zu sagen: „Jetzt haben wir wieder offen.“

Derzeit sind die Vorbereitungen im Freibad in vollem Gange. Der bisherigen Verordnung des Landes folgend, gibt es für Kirchheim zwei wichtige Termine, an denen die Stadtwerke auch nach dem Vorpreschen des CDU-Ministers festhalten: Am Montag, 8. Juni, soll das Kirchheimer Freibad für Schulen und Vereine öffnen, und eine Woche später, am 15. Juni, auch für einen eingeschränkten öffentlichen Publikumsverkehr.

„Die Schulen haben wir abgefragt, es gab aber kein großes Interesse“, berichtet Martin Zimmert. Das ist durchaus verständlich: Ers­tens liegt der 8. Juni mitten in den Pfingstferien, und zweitens ist der Schwimm­unterricht wohl nicht das vorrangige Ziel für Schulen, die in der Zeit von Mitte März bis zu den Sommerferien für die meis­ten Klassenstufen nur zwei statt fünfzehneinhalb Wochen Präsenzunterricht anbieten können.

Ein Problem haben vor allem die Abiturienten, die sich im Fach Sport prüfen lassen wollen und dabei auch auf das Schwimmen setzen. Seit kurz nach Fasching konnten sie sich nicht mehr vorbereiten, weil alle Bäder geschlossen waren. Etliche mögen inzwischen ein anderes Prüfungsfach gewählt haben, denn beim Stadtwerke-Geschäftsführer haben die Schulen bis jetzt zwei Abiturienten angemeldet, die im Freibad ihre Trainingsbahnen ziehen wollen.

Höchstens drei Gruppen ab 8. Juni

Training ist ab 8. Juni auch für Vereine wieder möglich, wobei es aber ziemlich starre Regeln gibt: „Wir dürfen maximal drei Gruppen ans Becken lassen“, sagt Martin Zimmert. „Jede Gruppe darf höchstens aus neun Schwimmern und einem Gruppenleiter bestehen.“ Die Trainingszeiten abzustecken und zu optimieren, braucht also einiges an Aufwand und Kooperationsbereitschaft - auch bei den Vereinen untereinander.

Und die Öffentlichkeit? Martin Zimmert stellt zu diesem Thema immer wieder eins fest: „Die Becken werden am 15. Juni bereitstehen. Bis dahin ist auch das Nichtschwimmerbecken betriebsbereit.“ Mehr kann er aber nicht sagen: „Wir wissen ja nicht, wie das konkret gehen soll. Wir kennen noch keinerlei Auflagen.“ Brennend interessiert er sich für das erlaubte Kontingent an Besuchern: „Wie viele Menschen dürfen überhaupt rein? Geht das nach der Wasserfläche, nach der Liegefläche oder nach der Gesamtfläche?“

Trotz aller Ungewissheit hat Martin Zimmert bereits einen Betriebs- und Hygieneplan fürs Freibad vorliegen, den er noch mit dem Corona-Verwaltungsstab der Stadt abstimmen will. Sobald er die näheren Auflagen des Landes kennt, will er sich an die konkrete Umsetzung machen.

Dann folgt im Gespräch ein ungewöhnlicher Satz für den Verantwortlichen eines Freibads: „Ich will bis jetzt keinerlei Werbung für unser Bad machen.“ Nicht, dass noch zu viele Leute kämen. Allein dieser Satz macht deutlich: Corona ist mehr als nur eine kleine Panne.

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