Kirchheim

Das „kleine Haus“ im Wartestand

Sobald ein Investor und ein Pächter gefunden sind, kann die Bruckmühlensanierung beendet werden

Der Stillstand an der Bruckmühle lässt viele Passanten rätseln, wie es weitergeht. Nach Aussage des Investors hängt alles von einem geeigneten Pächter ab.

Kirchheim. Michael Menzel, Architekt und Geschäftsführer beim Esslinger Investor Hauser Design, unterteilt die Kirchheimer Bruckmühle in zwei unterschiedliche Gebäudeteile: das „große Haus“ im Süden und das „kleine Haus“ im Norden – in Richtung Kiosk und Max-­Eyth-Straße. Im „großen Haus“ ist nachträglich alles nach Plan gelaufen. Einzige Ausnahme: Die Westfassade, zur Lauter hin, war nicht zu erhalten. Die Fundamente waren nicht nur marode, sie hätten auch dem geforderten Hochwasserschutz nicht entsprochen, wie Michael Menzel mitteilt. Davon abgesehen seien jedoch alle vier Wohnungen „fertiggestellt und bezogen“.

Schwieriger sei es mit dem „kleinen Haus“. Entgegen üblicher Erwartungen sei es – trotz seiner beeindruckenden Fachwerkoptik – nicht der älteste Teil der Bruckmühle. Es handle sich vielmehr um einen späteren Anbau, den bislang letzten, wahrscheinlich aus dem Jahr 1832. Genau um dieses „kleine Haus“ geht es, wenn sich die Betrachter fragen, warum da so lange schon nichts mehr passiert ist. Dabei ist aus Sicht von Michael Menzel schon eine ganze Menge passiert: „Da wurde alles entkernt und untersucht. Der Sandsteinsockel wurde von einem Steinmetz ausgebessert, ergänzt und hochwassertauglich gemacht.“ Geplant ist, in diesem Gebäudeteil einen Gastronomiebetrieb unterzubringen – genauer gesagt, die Gasträume selbst.

Die Funktionsräume dagegen, zu denen außer der Küche auch die Lager und die Toiletten zählen, liegen im „großen Haus“. Im Rohbau seien sie auch bereits fertiggestellt. Heizung sowie Anschlüsse für Wasser und Strom seien ebenso vorhanden wie neue Treppen, die aus Brandschutzgründen erforderlich sind.

Woran ist es also bislang gescheitert? Und warum ist das „kleine Haus“ trotz alledem noch nicht über den entkernten Zustand hinausgelangt? Michael Menzel gibt auch darauf eine klare Antwort: „Leider ist es nicht einfach, einen geeigneten Nutzer für die Gastronomie zu finden.“ Schließlich werde kein Abenteurer gesucht, der sich etwas aufbürdet, was er nicht länger als ein Jahr durchsteht. Einen wirklich geeigneten Pächter hat Michel Menzel durchaus schon gefunden: „Der ist gut, renommiert und erfahren.“ Also alles im grünen Bereich? Noch nicht ganz, die Sache hat einen kleinen Haken: „Er ist interessiert und möchte gerne etwas anbieten in der Bruckmühle. Er will es nur nicht kaufen.“

Verpachten ist aber auch nicht so einfach, denn Michael Menzel möchte den Gastronomie-Teil der Bruckmühle ebenso verkaufen wie die vier Wohnungen im „großen Haus“. Dass er den Fachwerkteil zur Not eben nicht verkauft, sondern selbst verpachtet, ist für ihn aber keine Option: „Das sieht mein Lebensplan nicht vor.“ Es zieht ihn dauerhaft nach Frankreich, und als Verpächter wäre es sicher sinnvoll, einigermaßen vor Ort und erreichbar zu bleiben.

Somit hängt also alles an einem Investor, der bereit ist, das „kleine Haus“ samt den dazugehörigen Funktionsräumen zu kaufen und anschließend an den Betreiber der Gastronomie zu verpachten. Erst wenn die Nutzung wirklich klar ist, werde der Bau auch fertiggestellt. Es wäre ja denkbar, dass ein Käufer später auch mit anderen Pächtern verhandelt. Der Endausbau solle aber dem entsprechen, was der Gastronomiebetreiber sich dauerhaft vorstellt. Michel Menzel meint dazu: „Die Sanierung wird beendet, wenn die Nutzung endgültig feststeht.“

Zu hoffen bleibt jetzt – und zwar für alle Beteiligten –, dass sich der Investor möglichst schnell findet und dass der Umbau dann auch rasch beendet werden kann. Michael Menzel zufolge kann sich Kirchheim dann nämlich „über ein schönes Ensemble zwischen einem zeitgemäß sanierten Gebäude und der wunderschön renaturierten Lauter freuen“.

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