Kirchheim

Das perfekte Programm zur „Primetime“

Das Ferienwaldheim in Ötlingen orientiert sich zwei Wochen lang jeden Tag an einem anderen Fernsehformat

Felix Vogl hat bei der „Primetime“ im Ferienwaldheim in Ötlingen alles im Griff. Unter Anleitung seines 16-köpfigen Mitarbeitert
Felix Vogl hat bei der „Primetime“ im Ferienwaldheim in Ötlingen alles im Griff. Unter Anleitung seines 16-köpfigen Mitarbeiterteams können sich die Teilnehmer bei allen möglichen Workshops kreativ betätigen. Das Bild unten links zeigt eine weitere Besonderheit: Einer der gestrigen Workshops war dem Kochen gewidmet. Statt dem üblichen Vesper gab es gestern also ausnahmsweise mal etwas Warmes zum Abendessen.Fotos: Carsten Riedl

Kirchheim. Weitab vom Wald zwar, aber doch zumindest in den Ferien bietet das „Ferienwaldheim“ für 12- bis 14-Jährige zwei Wochen lang

Andreas Volz

eine feste Tagesstruktur in der unterrichtsfreien Zeit: Eine Art „Urlaub daheim“ hat die Evangelische Gesamtkirchengemeinde in den ersten beiden Augustwochen in Kirchheim im Programm. Von 8 bis circa 17.30 Uhr sind die 46 Teilnehmer rund um die Uhr beschäftigt. Drei Mahlzeiten gehören mit zum Paket. Großes Gepäck brauchen die Jugendlichen für diesen „Urlaub“ auch nicht: Geschlafen wird zuhause – von gelegentlichen Ausnahmen einmal abgesehen.

Zum zweiten Mal in Folge sind die „Großen“ des Waldheims in Ötlingen zu Gast, im Evangelischen Gemeindehaus in der Hermann-Hesse-Straße. Im Idealfall nehmen sie – je nach Wetterlage – auch die Freiflächen in Beschlag. Felix Vogl, der sich die Leitung mit Julia Maubach teilt, fühlt sich in Ötlingen sehr wohl. Zunächst sei es gegenüber dem langjährigen Domizil beim CVJM im Doschler zwar eine Umstellung gewesen, keinen speziellen Fußballplatz und kein Volleyballfeld mehr zur Verfügung zu haben. Aber dennoch gibt es in Ötlingen genügend Platz im Freien, um sich auch sportlich nach Lust und Laune austoben zu können.

Letzteres scheint allen erfolgreich zu gelingen. Zumindest berichtet Felix Vogl von positiven Rückmeldungen der Eltern: „Die erzählen uns, dass ihre Kinder abends immer ziemlich geschafft sind. Das ist für uns ein Indikator, dass wir alles richtig gemacht haben.“ Eher schlecht wäre es für ihn und sein 16-köpfiges Mitarbeiter-Team, wenn die Teilnehmer völlig aufgekratzt nach Hause kommen würden, weil sie sich den ganzen über gelangweilt haben.

Dabei ist in der Hermann-Hesse-Straße überhaupt kein Platz für Langeweile: Unter dem Thema „Primetime Waldheim“ dreht sich dieses Jahr alles ums Fernsehen. Jeder Tag ist einer anderen Fernsehsendung oder einem anderen Sendeformat gewidmet. Da wird schon mal „Waldheim‘s Next Top Model“ gesucht, oder die Jugendlichen sammeln Sterne im „Waldheim-Camp“, fernab vom Dschungel. Am heutigen Mittwoch geht es um „Verdachtsfälle“ und damit auch ums Thema „Vorurteile“.

Christliche Impulse sind ein fester Bestandteil des Ferienwaldheims. Für Felix Vogl ist es aber wichtig, diese Impulse möglichst nahe am echten Leben zu orientieren: „Wir wollen allen etwas mitgeben, was sie auch auf ihren eigenen Alltag übertragen können.“ Das Nachdenken über den Umgang mit Vorurteilen ist dafür sicher gut geeignet.

Für zehn Teilnehmer hat das mit dem „Mitnehmen fürs echte Leben“ eine ganz eigene Bedeutung: Sie sind schon 15 und damit eigentlich zu alt für das Ferienwaldheim. Für sie gibt es daher das Programm „Waldheim plus“. Sie werden in eigenen Unterrichtseinheiten auf die Mitarbeit im Waldheim vorbereitet – ab 2017. Erste Praxiserfahrung sammeln sie jetzt schon mit kleineren Einheiten am Ludwig-Uhland-Gymnasium. Dort ist das Waldheim für die 7- bis 11-Jährigen untergebracht. Felix Vogl sieht die Zukunft der Ferieneinrichtung eng mit „Waldheim plus“ verbunden. Er selbst ist mit sechs Jahren Erfahrung bereits der „Dienstälteste“ aller Mitarbeiter. Meistens gibt es nach der Schulzeit und mit dem Übergang ins Studium einen starken Wechsel im Team.

Die Arbeit macht allen Mitarbeitern großen Spaß, auch wenn man bei der Aufwandsentschädigung für dieses Engagement keinen Stundenlohn ausrechnen darf. Ein Zwölf-Stunden-Tag sei völlig normal, sagt Felix Vogl. Und ab und zu kommt dann auch noch eine Nacht dazu: Alle Teilnehmer übernachten einmal im Gemeindehaus. Im Angebot gibt es eine Nacht nur für die Jungs, eine andere nur für die Mädchen und eine weitere für „Waldheim plus“. Eine zusätzliche Übernachtung steht diese Woche noch an – im Rahmen der Zwei-Tages-Tour nach Schopfloch.

Und wie ist das jetzt mit dem „Wald“ im Waldheim? Felix Vogl weiß auch darauf die passende Antwort: „Das heißt halt so. Aber wir haben extra für diesen Namen jedes Mal ein Waldspiel im Programm.“ Allein dieses Beispiel zeigt: Im Ferienwaldheim ist wirklich an alles gedacht.

Ferienwaldheim, Standort für 50 Jugendliche von 12 bis 14 ist im Evang. Gemeindhaus in Ötlingen
Ferienwaldheim, Standort für 50 Jugendliche von 12 bis 14 ist im Evang. Gemeindhaus in Ötlingen
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