Kirchheim

Das Sommernachtskino läuft fast wie geplant - trotz Corona

Martinskirchplatz Die Gästezahl wird halbiert: Statt tausend Besuchern dürfen dieses Jahr maximal 499 das Kinogelände betreten – am besten in großen Gruppen. Von Andreas Volz

Den roten Teppich gibt es auch im Corona-Jahr. Betreten werden darf er aber nur, wenn Mund und Nase bedeckt sind.  Archiv-Foto:
Den roten Teppich gibt es auch im Corona-Jahr. Betreten werden darf er aber nur, wenn Mund und Nase bedeckt sind. Archiv-Foto: Carsten Riedl

Es könnte ein ganz normaler Sommer werden: mit 25 Kinonächten auf dem Kirchheimer Martinskirchplatz. Am Platz und am Kino liegt es nicht: Tatsächlich hat das Team rund um Kino-Betreiber Reimund Fischer viele gute Filme ausgesucht, um daraus ein abwechslungsreiches Programm zu gestalten. Der Terminplan steht bereits seit einem Jahr: Vom 6. bis 30. August laufen die Filme. Aber Corona sorgt trotzdem für einige Neuerungen und für die Abkehr von liebgewonnenen Gewohnheiten. In der Praxis muss sich erst noch zeigen, ob und wie sich Sommernachtskino und Corona-Bestimmungen vereinbaren lassen.

„499 Leute kann ich reinlassen“, sagt Reimund Fischer im Vorfeld - und schränkt diese Aussage sogleich ein: „theoretisch zumindest“. Der Haken sind die Abstandsregelungen. Gruppen, die auch sonst im Alltag als Gruppen zusammenkommen, dürfen nämlich mit bis zu 20 Personen ins Sommernachtskino gehen und ohne Abstand nebeneinandersitzen. Zwischen zwei Gruppen jedoch muss immer ein Platz frei bleiben. Theoretisch hat das Kino-Team die Sache im Griff: „Wir bitten die Leute, sich gleich in Gruppen anzumelden. Bei jeder Gruppe zählt unser System automatisch zwei freie Plätze dazu. So haben wir das eingerichtet.“

Reimund Fischer appelliert an seine Gäste aber nicht einfach nur, überhaupt Gruppen zu bilden, sondern auch, darauf zu achten, dass diese Gruppen möglichst groß sind: „Je mehr und je größere Gruppen sich gemeinsam anmelden, umso besser.“ Der Platz wird ja nicht größer, und so geht es immer um die Frage, wie viele Sitze am jeweiligen Abend frei bleiben müssen. Reimund Fischer rechnet - je nachdem - mit 350 bis 499 Gäs­ten.

Mut zur Gruppenbildung

Auch an der Abendkasse, wo Restkarten verkauft werden sollen - falls vom elektronischen Vorverkauf noch Karten übrig sind -, empfiehlt der Kino-Betreiber seinen Gästen, sich zusammenzuschließen: „Wenn da zwei Arbeitskollegen hintereinander in der Schlange stehen, können sie eine Gruppe bilden. Dann haben noch ein paar mehr Gäste die Chance, ins Kino zu kommen.“

Auf andere Gewohnheiten wirkt sich die Halbierung der Sitzplätze ebenfalls aus. Selbst die Sponsoren, denen Reimund Fischer überaus dankbar ist für deren Unterstützung, erhalten nur die Hälfte der sonst üblichen Freikartenanzahl. Das Gewinnspiel des Teckboten, das in wenigen Tagen ansteht, reduziert zwar nicht die Zahl der Fragen, aber dafür die Zahl der Karten: Statt zehn Mal zwei Freikarten wird im Corona-Jahr nur zehn Mal eine Karte verlost.

Die „Palmenlieferanten“ erhalten zwar auch in diesem Jahr ihre frei Eintrittskarte - aber eben nur eine, selbst wenn sie fünf Palmen bringen. Und diese eine Karte ist dann trotzdem keine Garantie für den Eintritt: „Wenn ausverkauft ist, dann ist eben ausverkauft.“

Was dagegen bleibt wie immer, ist die Filmauswahl und die Begeisterung, die Reimund Fischer spürbar verbreitet, wenn er von einzelnen Filmen berichten soll. Der Schwerpunkt auf Outdoor-Reiseberichte ist deutlich ausgeweitet, und mehrfach haben sich auch schon Protagonisten angemeldet: Dennis Kailing kommt am 9. August nach Kirchheim, Gabi Röhrl am 11. August und gleich eine ganze Biker-Crew am 28. August.

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