Kirchheim

Das wäre nicht nötig gewesen

Was nützen alle Versuche, den Haushalt zu konsolidieren, wenn die Mehrheit des Gemeinderats das Geld zum offenen Fenster rausschmeißt? Gut, angesichts eines Defizits von acht Millionen Euro kommt es auf eine weitere Stelle vielleicht auch nicht mehr an. Andererseits sollte aber für die öffentliche Hand dasselbe gelten wie für den Privathaushalt: Wenn das Girokonto chronisch im Soll ist, empfiehlt es sich eben nicht, der Umwelt zuliebe noch zusätzlich ein Elektroauto zu kaufen.

Die Frage, ob Elektroautos sinnvoll sind oder nicht, soll hier ebensowenig beantwortet werden wie die Frage, ob die Stadt Kirchheim einen Klimaschutzbeauftragten braucht oder nicht. Aber so viel ist sicher: Befristet auf zwei Jahre braucht die Stadt ganz bestimmt keinen neuen Manager für den Klimaschutz.

Wichtigstes Stichwort, wenn es um Klima- und Umweltschutz geht, ist stets die Nachhaltigkeit. Das sollte auch für diese Stelle gelten: Wenn sie einen Sinn hat, dann nur, wenn der neue Mensch auf diesem Posten auch die Chance hat, nachhaltig zu wirken. Zwei Jahre reichen dafür nicht. Bis der Arbeitsplatz richtig eingerichtet ist und die eigentliche Arbeit beginnen kann, ist es schon wieder Zeit, den Schreibtisch zu räumen - weil die zwei Jahre vorbei sind. Es gibt ja auch keine richtigen Anknüpfungspunkte für den neuen Stelleninhaber, der sich alle Kontakte neu aufbauen muss. Es wäre allenfalls zu vertreten gewesen, den Arbeitsvertrag mit dem bisherigen Klimaschutzbeauftragten rechtzeitig zu verlängern.

Fazit: Das Geld für die zwei Jahre könnte sich die Stadt sparen. Ein Zuschuss von 40 Prozent nutzt da auch nichts, weil die übrigen 60 Prozent immer noch selbst zu finanzieren sind. Dazu kommt, dass es sich auch beim Zuschuss um öffentliche Gelder handelt. Auch mit diesen Geldern hat ein Gemeinderat verantwortungsvoll umzugehen.

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