Kirchheim

„Das Wichtigste ist die eigene Mitte“

Wenige Monate nach ihrem 90. Geburtstag ist Ria Kustermann gestorben. Sie gehörte zu den „malenden Hausfrauen“ aus Nabern. Wenn man in ihr Atelier kam, duftete es nach Kuchen, Honig und Farbe. Sie malte mit Aquarellfarben und - gemäß ihrem Naturell - mit den schnell trocknenden Temperafarben. Zweimal im Jahr freuten sich die „malenden Hausfrauen“ auf ein gemeinsames Kunstseminar in der Nähe von Rüdesheim. Dort holten sie sich Anregungen und neuen Schwung.

Zu den Mal-Begeisterten gehören auch Ingrid Lorch, Roswitha Eberspächer, Hannelore Greiner, Inge Authenrieth und Inge Kodera. Von Rita Kustermanns kreativen Ader profitierte auch viele Jahre lang der Kirchheimer Kunstverein. Sie und ihre Malerfreundinnen waren stets mit von der Partie, wenn es galt, die Arbeit der Künstler zu präsentieren. In einem Beitrag zur Festschrift anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Kunstvereins schrieb sie über ihre Arbeit: „Wie vielen Einflüssen ich mich auch aussetze, das Wichtigste ist für mich die eigene Mitte“. Das Gefühl für das eigene Empfinden zeichnen ihr Leben und ihre Arbeit aus. Johannes Nagel


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